Unerwartete Sichtung: Warum ist ein Igel im Februar wach?
Frühestens ab März kann man im Normalfall erst mit Igelsichtungen im Garten rechnen. Selten ist aber auch ein Igel im Februar wach. Da das nicht immer ganz ungefährlich für ihn ist, kann man gegebenenfalls eingreifen und helfen.
Ähnliche Ratgeber findest Du unter: Tierschutz im Garten.
Igel ernähren sich von Insekten und Spinnen. Da sich im Winter wenig Käfer, Larven, Ohrwürmer und Tausendfüßler finden, müssen sie die kalten Monate irgendwie überbrücken.
Die futterlose Zeit verbringen sie daher im Winterschlaf. In dieser Zeit ist ihr Körper im Energiesparmodus: Ihre Atmung und ihr Puls verlangsamen sich.
In der Regel wachen Igel erst zwischen Ende März und Mitte April endgültig auf. Dennoch kann es vorkommen, dass ein Igel im Februar wach ist.
Das ist zwar selten, kommt aber wegen verschiedener Ursachen trotzdem vor.
Darum ist ein Igel im Februar wach
Es gibt mehrere Gründe für das Zwischenerwachen im Januar oder Februar - einige von ihnen sind kritischer als andere.
Milde Temperaturen
Längere Wärmeperioden können den Tieren signalisieren, dass es Frühling wird. Dass die Igel dann aufwachen, ist normal und bei gesunden Tieren ungefährlich. In der Regel schlafen sie beim Einsetzen der Kälte schnell wieder ein.
Störungen im Winterquartier
Die Igel können auch im Winter erwachen, wenn sie beim Winterschlaf gestört werden. Störend sind unter anderem Lärm, Gartenarbeit sowie neugierige Haustiere.
Auch Temperaturschwankungen und ein zu feuchtes Winterquartier können Igel beim Winterschlaf stören. Gesunde Tiere suchen sich gegebenenfalls ein neues Quartier und schlafen wieder ein.
Toilettengang
Normal ist auch eine Wachphase, um Urin abzulassen. Kommt dieser Toilettengang jedoch häufiger vor, zehrt es an der Kraft und Energiereserve der Igel.
Energiereserve aufgebraucht
Haben sich die Igel vor dem Winter nicht eine ausreichende Fettreserve angefressen, kann diese mit der Zeit aufgebraucht sein. Dann wachen sie auf und gehen auf Nahrungssuche, die sich im Winter natürlich schwerer gestaltet.
Krankheit und Verletzungen
Insbesondere wenn Igel selbst in kalten Wintern bei Schnee und Frost aus dem Winterschlaf erwachen, sind sie häufig krank, verletzt oder stark abgemagert. Dann droht ein Hunger- und Kältetod.
Erkennen kann man die Igelgesundheit am Aussehen und Verhalten. Folgendes sind ernstzunehmende Warnzeichen:
- Hungerfalte: der Kopf ist klar abgesetzt
- eingefallene Flanken und sichtbare Beine
- torkelnder Gang
- apathisches Herumliegen
- Röcheln und Husten
Hat er dagegen eine runde Form, ist aktiv und zieht den Kopf bei Berührung zu einer Stachelkugel ein, ist er in der Regel gesund.
Was sollte man tun, wenn ein Igel im Winter wach ist?
Ist ein Igel im Januar oder Februar wach, kann das eventuell gefährlich für ihn sein. Das Aufwachen sowie gegebenenfalls die Nahrungssuche hat einen hohen Energieverbrauch. Gleichzeitig finden sie nur wenige Nahrungsquellen.
Bei häufigen Wachphasen oder einer nicht ausreichenden Fettreserve kann es vorkommen, dass der Igel den Winter nicht überlebt.
Daher sollte man den Igel beobachten und bei Anzeichen von Krankheit oder Schwäche eingreifen:
- Streifen die Tiere im Winter auf Nahrungssuche durch den Garten, kann man die Igel kurzzeitig füttern.
- Frisst der Igel jedoch nicht, wirkt krank, verletzt oder apathisch, sollte man ihn zu einer Igelstation oder einem Tierarzt bringen.
- Bereits vor dem Winter hilft ein igel- und insektenfreundlicher Garten, die Tiere mit Futterquellen für ausreichende Fettreserven zu versorgen.
- Außerdem sollte man noch etwas mit der Gartenarbeit warten, um die Igel nicht zu stören. Ist man sich nicht sicher, wo sich das Winterquartier des Igels befindet, sollte man das Laub nicht vor April entsorgen.
Fazit
Ist ein Igel im Februar wach, ist das längst kein Notfall. Scheint er gesund und sein Verhalten und Aussehen sind unauffällig, schläft er vermutlich schnell wieder ein. Ist er jedoch verletzt, krank oder abgemagert, kann er menschliche Hilfe, beispielsweise durch Zufütterungen, gebrauchen.
Titelfoto: Wikimedia Commons/CC-BY-SA-4.0/Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden