München - Gleich mehrmals musste die Bundespolizeiinspektion im Raum um München zum Wochenende hin wegen Personen auf den Gleisen ausrücken. Dabei verlor ein Mann bei einem Unfall sein Bein, bei einem anderen Vorfall wäre fast eine Seniorin überrollt worden.
Doch schon bei Letzterer musste der 24-jährige Lenker wegen eines Schocks von seinen Kollegen abgelöst werden - obwohl er eine Tragödie verhinderte.
Dieser Vorfall ereignete sich am Freitag gegen 13.50 Uhr. Laut Angaben der Beamten wollte eine 88-Jährige ihren Heimweg am Bahnhof Taufkirchen über die Schienen abkürzen.
Der junge Fahrer gab einen Warnton ab und leitete die Notbremsung ein. "Der Zug kam circa einen Meter vor der Frau zum Stillstand", teilte die Bundespolizeiinspektion München am Montag mit.
"Der Vorfall konnte durch umstehende Zeugen beobachtet werden." Die rund 50 Passagiere der Bahn blieben unverletzt.
Etwa eine Stunde lang sorgte der Vorfall für leichte Einschränkungen im Bahnbetrieb. Die Bundespolizei ermittelt wegen möglichen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Ein weiterer Vorfall am Samstag ging deutlich schlimmer aus.
Zeuge und Fahrer versuchen vergeblich, tragischen Unfall zu verhindern
Am Samstagabend gegen 19.45 Uhr wollte ein 82-Jähriger am Bahnhof Neufahrn bei Freising die Gleise 1 und 2 überqueren.
Zeitgleich fuhr ein Regionalzug mit rund 140 km/h auf einem der Gleise. Trotz Warnpfiff und Schnellbremsung konnte ein Unfall nicht verhindert werden.
"Der Mann versuchte vergeblich, sich an der Bahnsteigkante vom Gleisbereich nach oben auf den Bahnsteig zu ziehen. Auch einem Zeugen gelang es nicht, dem Mann aus dem Gefahrenbereich zu helfen", heißt es in einer Mitteilung.
"Der Zug kam nicht mehr rechtzeitig zum Stehen und erfasste den Mann." Die Bahn kam erst etwa 100 Meter hinter dem Bahnsteigende zum Stehen, der Senior wurde schwer verletzt und verlor ein Bein.
Er wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht und dort notoperiert. Auch hier konnte der Fahrzeuglenker seinen Dienst nicht fortsetzen und wurde von einem Kriseninterventionsteam betreut.
Die Bundespolizei warnt eindringlich: "Zeitersparnis ist es nicht wert, das eigene Leben zu riskieren."