Berlin - Am Freitag startete die Fashion Week 2026 in Berlin. Der Designer und "Germany’s Next Topmodel"-Juror Kilian Kerner (47) stellte seine neueste Kollektion "GANGSTAAA" vor. TAG24 war dabei und traf den Designer vor der Show.
In der Berliner Location NLND – einer ehemaligen Zigarettenfabrik in Neukölln zeigte der Berliner Designer unter Anwesenheit zahlreicher prominenter Gäste wie Riccardo Simonetti (32), Wilson Gonzalez Ochsenknecht (35) und Fynn Kliemann (37) seine neusten Looks.
Kerner feiert gleich mehrere Highlights in dieser Saison: die Fashion Week Berlin, im März erstmals die Fashion Week in Paris und die neue Kollektion seiner kommerziellen Zweitmarke Kilian Kerner Senses.
"Bis Ende März ist nur eine Woche, wo nicht irgendein riesengroßes Highlight passiert", erzählt er Backstage. Kaum Zeit zur Regeneration – das merkt Kerner auch körperlich: Seit Wochen plagen ihn Schmerzen.
"Ich habe tausend Spritzen bekommen. [...] Mein ganzer Rücken ist nur noch betäubt". Doch die Freude auf die Show überwiegt: "Heute ist alles gut. Ich fühle mich gut", erzählt er.
Die Message seiner Looks ist klar: "Nimm mich so oder lass es sein"
In seiner neuen Kollektion "GANGSTAAA – A Game on Your Own Rules", die schon im Titel mit Übertreibung spielt, dominieren Humor, Rebellion und Selbstermächtigung – ganz ohne Gewalt, dafür mit einer ordentlichen Portion Berliner Nonchalance.
"Ich feiere heute mit ganz viel Humor die Menschen, die es nicht tun." Kerner geht es darum, mit seinen Looks für sich selbst einzustehen: "Nimm mich so oder lass es sein." Für ihn bedeutet Gangster-Sein nicht Gesetzlosigkeit, sondern man selbst zu sein.
Inspiriert von den Berliner Straßen und Begegnungen fließt die Stadt spürbar in die Kollektion ein. "Hier ist natürlich mein ganzes Leben. Ich bin zwar viel unterwegs, aber das ist mein Zuhause. […] ich habe mir einen Ort geschaffen, an dem ich gerne bin und deswegen ist da immer ein bisschen Berlin auch mit drin", erzählt der gebürtige Kölner.
Die ironischen Zwischentöne sind ein zentrales Element der Show: Von überzeichneten Charakteren bis zu extravaganten Details. "Es ist wirklich eine Kollektion mit viel Humor, mit Augenzwinkern."
In überspitzter Weise verbindet er Old-Hollywood Glamour mit Elementen der Streetstyle-Mode. Insgesamt wirken die Looks, als wolle Kerner mit den vermeintlichen Klassenunterschieden brechen – die Schere zwischen Arm und Reich scheint zumindest in seinen Looks geschlossen.
Fashion-Ritual: Kilian Kerner und die neue Unterhose vor jeder Show
Für den Designer persönlich ist die Fashion Week ein besonders emotionaler Moment, vor allem, weil er gemeinsam mit Danny Reinke als Teil des Kollektivs "Collectivefour" ihre Shows in der Berliner Location NLND selbst organisierten.
Der Erfolg scheint Kerner auch für einen neuen Look inspiriert zu haben: "Nach 23 Jahren habe ich mich von meiner Frisur verabschiedet und habe mir eine Dauerwelle machen lassen. Das war jetzt ein Prozess in den letzten vier Monaten", erzählt Kerner lachend.
Damit wie bei jeder Show alles glatt läuft, darf ein wichtiges Ritual für den Designer nicht fehlen: Vor jeder Show kauft er sich eine neue Unterhose. Durch den Stress schaffte er es dieses Mal nicht selbst. "Die musste ich tatsächlich gestern besorgen lassen", verrät Kerner.
Das Ritual scheint wieder einmal gut funktioniert zu haben: Bei der Show lief alles reibungslos, und Kilian Kerner lief gemeinsam mit seinen Models unter Applaus des Publikums über den Laufsteg.