Vanessa Baernthol auf der Fashion Week: So macht sie aus Mode echte Kunst
Berlin - Im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentierte Designerin Vanessa Baernthol ihre Kollektion "SPHERE". Im Gespräch mit TAG24 erklärt sie, warum Mode für sie weit mehr ist als nur Stoff.
"Mode ist für mich ein Medium, das Raum schafft, Volumen gibt und Spannung erzeugt", sagt Baernthol. Ihre ersten Designs waren handgefertigte Perlenkreationen - skulptural, tragbar und fast wie kleine Kunstwerke. "Mode und Kunst fließen bei mir ineinander. Ich label das nicht extra, für mich ist das eins", so die Designerin.
Ihre Fall/Winter-2026-Kollektion "SPHERE" zeigte sie im Schinkel Pavillon in Berlin-Mitte. Der Ort passt perfekt zu ihrem Konzept, wie sie sagt: "Die klare Struktur, das Glas und die Stahl-Elemente griffen die Themen der Kollektion auf - Wasser, Transformation und die Spirale als Symbol für ständigen Wandel. Licht und Reflexionen machten die Mode noch lebendiger."
Die Hauptstadt spielt bei ihr immer eine wichtige Rolle. Sie gebe ihr Freiheit, über Konventionen hinaus zu denken. "Hier kann Mode am Schnittpunkt von Kunst, Performance und Architektur existieren", erzählt die Modemacherin.
Bei der Show brachte sie auch ein wichtiges Markenzeichen ihrer Arbeit ein: Layering. "Alles kann neu kombiniert werden, jedes Layer erzählt eine eigene Geschichte. Das macht die Looks spannend und wandelbar."
Vanessa Baernthol denkt Mode neu
Bei Überproduktion zieht sie eine klare Grenze und setzt stattdessen auf Qualität und Quantität. Auch Nachhaltigkeit ist ihr extrem wichtig.
"Wir arbeiten nur mit begrenzten Materialien [...]. Ist das Material weg, ist es weg - das zwingt uns, bewusst zu gestalten", erklärt sie im Gespräch.
Auch die Models spielen bei ihren Kollektionen eine zentrale Rolle, denn "der Körper ist ein aktiver Teil des Werkes". Haltung, Bewegung und Präsenz entscheiden, wie wir Kleidungsstücke wahrnehmen.
Für die Zukunft interessiere Baernthol der Zwischenraum, in dem Mode, Kunst und Architektur sich berühren. Dabei baue jede Kollektion auf der vorherigen auf und es entstehe ein organischer, sich entwickelnder Prozess.
Titelfoto: Marcus Hartelt

