Immer mehr Schießereien: Berlin will härter gegen illegale Waffen vorgehen

Von Andreas Rabenstein

Berlin - Immer wieder fallen in Berlin Schüsse. Nach Einschätzung des Senats gelangen zahlreiche illegale Waffen aus dem Ausland in die Hauptstadt. Nun soll das Waffenrecht verschärft werden, um Polizei und Ermittlern mehr Möglichkeiten im Kampf gegen die Waffengewalt zu geben.

Die Sondereinheit des Landeskriminalamts stellt bei Durchsuchungen immer wieder illegale Schusswaffen sicher. (Archivfoto)  © Sebastian Gollnow/dpa

Wie Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe (53, SPD) im Innenausschuss ankündigte, bereitet Berlin eine Bundesratsinitiative vor.

Ziel ist es, den illegalen Kauf, Besitz, Handel und die Herstellung von Schusswaffen künftig als Verbrechen statt lediglich als Vergehen einzustufen.

Der Hintergrund: Bei Verbrechen stehen Ermittlern deutlich weiterreichende Maßnahmen wie Observationen oder das Abhören von Verdächtigen zur Verfügung. Angesichts der zunehmenden Waffengewalt sei das notwendig, so Hochgrebe.

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Seit Herbst 2025 geht die LKA-Sondereinheit "Ferrum" gezielt gegen Schusswaffenkriminalität vor. Nach Angaben des Senats wurden dabei 44 scharfe Schusswaffen und mehr als 600 Patronen sichergestellt.

Zudem leitete die Polizei 428 Ermittlungsverfahren ein und vollstreckte 36 Haftbefehle.

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50 Prozent der Schießereien gehen auf organisierte Tätergruppen zurück

Illegale Pistolen gelangen laut Ermittlern häufig aus dem Ausland nach Berlin. (Symbolfoto)  © Christophe Gateau/dpa

Die beschlagnahmten Pistolen stammen den Ermittlungen zufolge häufig aus illegalen Waffenfabriken in der Türkei und in Tschechien.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel erklärte, rund die Hälfte der Schussabgaben in Berlin stehe im Zusammenhang mit Erpressungen türkischer Geschäftsleute durch organisierte Tätergruppen.

Die übrigen Fälle gingen vor allem auf persönliche Konflikte, Familienstreitigkeiten oder Auseinandersetzungen im Clanmilieu zurück.

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Um die Handelswege der Waffen besser zu bekämpfen, arbeitet die Berliner Polizei nach eigenen Angaben auch mit Europol sowie Sicherheitsbehörden in anderen europäischen Ländern zusammen.

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