Von Sarah Knorr, Anja Mia Neumann, Marc-Oliver von Riegen
Berlin - Die Polizei zieht zu den Veranstaltungen rund um den Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin eine überwiegend positive Bilanz. Insgesamt seien die Gedenkveranstaltungen und Versammlungen "weitgehend störungsfrei" verlaufen, sagte ein Sprecher der Behörde.
Am Samstag sei es insgesamt zu 17 Strafanzeigen sowie 33 Ordnungswidrigkeiten gekommen: Anzeigen gab es demnach unter anderem wegen Körperverletzung, tätlicher Angriffe oder der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Am Freitag waren es demnach zehn Strafanzeigen. "Insgesamt verliefen die beiden Tage abgesehen davon überwiegend störungsfrei und friedlich", hieß es in einem Post auf X.
Verschiedene russische und deutsche Gruppen und Initiativen erinnerten mit Kundgebungen und Demonstrationen am Freitag und Samstag an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung von der Nazi-Herrschaft im Mai 1945.
Der russische Botschafter Sergej Netschajew (72) nahm am Samstag an einem Gedenkmarsch teil. Dabei besuchte er das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten, wo er auch an einer Kranzniederlegung teilnahm. Zahlreiche Menschen legten am Ehrenmal rote Blumen nieder.
Nach Angaben der Polizei nahmen rund 600 Menschen an dem Gedenkzug teil, der sich vom Brandenburger Tor zum Ehrenmal bewegte. 1000 Teilnehmer waren angemeldet gewesen. Am Samstag waren nach Angaben der Polizei insgesamt 38 Versammlungen im Stadtgebiet angemeldet.
Die Polizei ordnet den Großeinsatz nach den Demonstrationen ein
Nachtwölfe diesmal nicht durch Hauptstadt gerollt
Wegen des Ukraine-Krieges waren Uniformen und russische Fahnen verboten. Ausnahmen galten für Diplomaten, Veteranen des Weltkriegs und Vertreter von einigen Staaten. Auch Symbole zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine waren verboten.
Gegen diese Auflagen sei vereinzelt verstoßen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Insgesamt waren am Freitag und Samstag rund 1860 Kräfte im Einsatz, hieß es von der Behörde auf X.
Russische oder deutsche Mitglieder des prorussischen und nationalistischen Motorradclubs "Nachtwölfe" kamen wie in den vergangenen Jahren zu dem Gedenktermin aus Osteuropa nach Deutschland. In diesem Jahr fuhren sie nach Angaben der Polizei aber nicht durch Berlin.
Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Generäle der deutschen Wehrmacht unterzeichneten in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 ein entsprechendes Dokument vor den Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion in Berlin-Karlshorst. Russland feiert den Sieg über Deutschland am 9. Mai.