Von Stefan Kruse
Berlin - In der Zeit ohne Strom flüchteten Tausende Berliner in Hotels, der Senat übernimmt diese Kosten. So läuft es mit der Auszahlung.
Drei Monate nach dem großen Stromausfall im Berliner Südwesten kommt die Erstattung von Hotelkosten für Betroffene voran. Von insgesamt 2881 gestellten Anträgen seien inzwischen rund 700 ausgezahlt oder positiv beschieden worden, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Tim Richter (CDU).
Bei weiteren 780 Anträgen läuft die Bearbeitung, hier müssen Antragsteller teils noch Angaben oder Unterlagen nachreichen.
"Wir kommen langsam vor die Lage", sagte Richter. Der Aufbau eines rechtssicheren und zugleich möglichst unkomplizierten Verfahrens habe Zeit gebraucht, da der Bezirk hier Neuland betreten habe. Inzwischen funktioniere die Bearbeitung aus seiner Sicht gut. Angaben zur Höhe der beantragten oder bereits ausgezahlten Summen machte er nicht.
Bis alle Anträge geprüft und ausgezahlt sind, dürfte es nach Einschätzung Richters noch bis zum Frühsommer dauern. Für die Bearbeitung wurden zusätzliche Mitarbeiter im Bezirksamt eingesetzt, die jeden Fall einzeln prüfen. Dabei werde versucht, dringende Fälle bevorzugt zu behandeln.
Auslöser des Stromausfalls war ein mutmaßlicher Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am 3. Januar. Rund 100.000 Menschen waren teils tagelang ohne Strom und Heizung. Viele Betroffene wichen in Hotels aus, deren Kosten der Senat übernehmen will. Die Auszahlung erfolgt über den Bezirk Steglitz-Zehlendorf.