Tausende Berliner frieren: Bäder jetzt rund um die Uhr offen
Von Andreas Rabenstein
Berlin - Für die Menschen im Berliner Südwesten wird der tagelange Stromausfall immer schwieriger zu bewältigen. Nun sollen Bäder rund um die Uhr öffnen.
Berlin erlebt den längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte. Viele Tausende Menschen müssen ohne Strom und Wärme in dunklen und kalten Wohnungen oder in Ausweichquartieren ausharren.
Am Tag vier des Blackouts im Südwesten der Hauptstadt sind noch rund 25.500 Haushalte und 1200 Geschäfte und Firmen nach Angaben des Betreibers ohne Strom. Für sie gibt es nun ein praktisches Hilfsangebot: So sollen drei Bäder in dem betroffenen Bereich rund um die Uhr öffnen, damit die Menschen duschen können.
Einem Großteil der Menschen sei dies derzeit nicht möglich, sagte Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD). Man könne sich dort natürlich auch aufwärmen oder das Handy laden. Das Angebot sei kostenlos.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) und der Geschäftsführer der landeseigenen Gesellschaft Berlin Stromnetz, Bernhard Büllmann, versicherten ihnen, dass sie bis Donnerstag wieder mit Strom versorgt werden.
Von Tür zu Tür: Betroffene werden unterstützt
Um möglichst alle Menschen zu erreichen, gehen Mitarbeiter von Ordnungsämtern, der Polizei, der Malteser und anderen Besuchsdiensten seit Sonntag von Tür zu Tür.
Manche Menschen sind in Hotels gegangen. Betroffenen werden die Kosten für Hotelzimmer erstattet.
Zudem bieten Museen, Kinos und der Zoo Berlin "Orte zum Aufwärmen und für eine kleine Auszeit", wie die Senatskanzlei mitteilte.
Der Netzbetreiber arbeitet unterdessen daran, dass wieder alle Menschen mit Strom versorgt werden. Laut Betreiber sind die Tiefbauarbeiten für die beiden provisorischen Kabelverbindungen inzwischen abgeschlossen.
Nun begännen die elektrischen Arbeiten zur Herstellung der Verbindung. Damit liege man "sehr gut im Zeitplan", sagte ein Sprecher.
Titelfoto: Michael Ukas/dpa

