Trotz Gerichts-Schlappe: Red Bull hält an Dosenwerk in Brandenburg fest

Von Monika Wendel

Baruth/Mark (Teltow-Fläming) - Der Bau eines Dosenwerks für Red Bull muss wegen Protesten warten: Das Vorhaben im brandenburgischen Baruth/Mark verzögert sich nach einer Gerichtsentscheidung gegen den Bebauungsplan - ärgerlich und wohl auch teuer für die Getränke- und Dosenhersteller rund 50 Kilometer südlich von Berlin

Wenn es nach dem Red-Bull-Konzern geht, dann sollen die Dosen des Energiedrinks in Zukunft nicht nur in Brandenburg abgefüllt, sondern auch gleich hergestellt werden.  © Patrick Pleul/dpa

Sie sprechen von einer Verzögerung von etwa einem Jahr. Der Betrieb solle nun 2028 starten, hieß es am Rande einer Werksbesichtigung. Doch noch ist der neue Anlauf nicht in trockenen Tüchern.

Seit Monaten gibt es einen Konflikt ums Wasser, da Red Bull und der Safthersteller Rauch eine enorme Menge an Grundwasser nutzen. Rund 2,35 Millionen Kubikmeter pro Jahr können sie entnehmen.

Bei der riesigen Tesla-Fabrik in Grünheide waren es - Stand 2024 - 1,8 Millionen Kubikmeter.

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Ein Netzwerk von Umweltgruppen befürchtet Wasserknappheit in der Region aufgrund der industriellen Erweiterung. Brandenburg gehört laut Wissenschaftlern bundesweit zu den Regionen mit der geringsten Neubildung von Grundwasser.

Dazu kommt eine geplante Ansiedlung eines großen Rechenzentrums in Baruth/Mark.

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Für Erweiterung von Red-Bull-Werk sollen 17 Hektar Kiefernwald gerodet werden

Das neue Dosenwerk und eine große Logistikhalle sollen direkt neben der bereits bestehenden Abfüllanlage errichtet werden.  © Patrick Pleul/dpa

Die österreichischen Unternehmen Red Bull und Rauch blicken trotz des Rückschlags zuversichtlich auf einen neuen Zeitplan. Noch im vierten Quartal dieses Jahres sollten die Arbeiten für das neue Werk beginnen, sagte Projektkoordinator Björn Hofbauer.

Neben einem Dosenwerk ist auch eine Logistikhalle geplant. Von einer dreistelligen Millionen-Investition war bislang die Rede. 

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte den bisherigen Bebauungsplan aus formellem Grund gekippt. Es ging bei der Entscheidung um Vorgaben zur Lärmbegrenzung, nicht um das umstrittene Thema Wasser. 

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Die Aluminiumdosen werden bislang aus dem Süden geliefert. Künftig sollen die Red Bull-Dosen direkt in Baruth neben der Abfüllung hergestellt werden. Für die Erweiterung sollen insgesamt 17 Hektar Kiefernwald in der Nähe der bestehenden Hallen gerodet werden.

Seit 13. Juli ist der Entwurf samt umfangreichen Unterlagen zu Wasser, Lärm und Artenschutz zunächst öffentlich einsehbar. Bürger können einige Wochen lang Stellungnahmen und Beschwerden einreichen. Neue Klagen können nicht ausgeschlossen werden.

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