Gülle-Unfall mit Schwerverletztem stinkt Gemeinde zum Himmel
Görzke (Potsdam-Mittelmark) - Am Montag ist in der brandenburgischen Gemeinde Görzke ein Gülle-Laster umgekippt - ein Unfall, der den Anwohnern zum Himmel stinkt.
Bei dem Crash wurde der 22 Jahre alte Fahrer im Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr geborgen werden. Anschließend wurde er schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wie die Polizei mitteilte.
Der Tanklastzug war möglicherweise aufgrund eines technischen Defekts auf der B107 hinter einer Rechtskurve umgekippt und blieb mitten auf der Ortsdurchfahrt neben einem Grundstück liegen. Aus dem Sattelzug trat übel riechende Gülle aus und verteilte sich auf dem Asphalt.
Die Bergungsarbeiten gestalteten sich aufwändig und zogen sich bis in die Nachtstunden. Zunächst müsste die restliche Gülle aus dem Tank abgepumpt werden, bevor das umgekippte Gespann mit Kran und Hebekissen wieder aufgerichtet werden konnte.
Die Unfallstelle raubt den Anwohnern schon seit Jahren den Schlaf und das im wahrsten Sinn des Wortes. "Wenn hier nachts die Reifen quietschen, stehe ich regelrecht im Bett", berichtet eine 83 Jahre alte Anwohnerin einem Reporter vor Ort. "Man ist sofort hellwach und wartet eigentlich schon darauf, dass es gleich wieder knallt."
Bürgermeisterin fordert Konsequenzen: "Müssen über die gesamte Situation sprechen"
Der Unfall am Montag ist dabei sogar noch glimpflich abgelaufen, denn der Lkw hätte auch in ein nahegelegenes Haus krachen können. Die B107, die in Görzke den Namen Weinbergstraße trägt, verbindet die Autobahnen 2 und 9 und wird von Auto- und Brummifahrern als Umgehungsstraße genutzt.
Das stinkt auch Bürgermeisterin Anne Konstanze Eilzer (parteilos), die sich vor Ort selbst ein Bild machte. "Diese Stelle ist nicht erst seit heute bekannt", betont sie.
Anwohner würden seit Jahren von gefährlichen Situationen und Unfällen berichten. "Jetzt liegt hier wieder ein Lastwagen auf der Seite und ein Mensch wurde schwer verletzt", beklagt die Bürgermeisterin.
Es könne nicht die Lösung sein, die Straße nach jedem Unfall einfach aufzuräumen und danach weiterzumachen als sei nichts gewesen. "Wir müssen über die gesamte Situation sprechen, über die Geschwindigkeit, über die Verkehrsführung und auch über mögliche bauliche Veränderungen", fordert Eilzer.
Titelfoto: Julian Stähle

