Anschlag auf Leiter von Verfassungschutz: Bekennerschreiben aufgetaucht
Bremen - In der Nacht zu Samstag wurde auf das Wohnhaus von Thorge Koehler (38), Leiter des Bremer Verfassungsschutzes, ein Farbanschlag verübt. Nun gibt es ein Bekennerschreiben von mutmaßlichen Linksextremisten.
Wie die Polizei mitteilte, wurde das Schreiben auf einer linksextremistischen Plattform veröffentlicht. Die Verfasser beschreiben in dem Text demnach den nächtlichen Angriff auf das Wohnhaus sowie ein in der Straße geparktes Auto.
Als Motivation für den Anschlag nennen die mutmaßlichen Täter eine grundsätzliche Ablehnung und gewollte Abschaffung des Verfassungsschutzes. Sie richten auch eine direkte Drohbotschaft an Koehler.
Laut der Polizei wird die Echtheit des Bekennerschreibens derzeit noch vom Staatsschutz geprüft. Die Ermittlungen dauern entsprechend an.
Das Wohnhaus von Koehler in der Bremer Neustadt war in der Nacht zu Samstag mit mit Farbe gefüllten Christbaumkugeln beworfen worden. Zudem hatten die Täter ein Auto von unbeteiligten Nachbarn beschädigt - sie schlugen die Scheiben ein und zerstachen die Reifen. Verletzt wurde niemand.
Bremens Innensenatorin verurteilt Anschlag auf Koehler aufs Schärfste
Bremens Innensenatorin Dr. Eva Högl (57) hatte den Anschlag mit deutlichen Worten verurteilt und von einer "absoluten Grenzüberschreitung" gesprochen.
Die Politikerin weiter: "Der Angriff zeigt überdeutlich, dass gewalttätige Extremisten völlig zu Recht in Bremen intensiv beobachtet werden und im Fokus der Sicherheitsbehörden stehen. Dies werden wir auch nach dieser feigen Tat intensiv fortführen."
Vermutet werde, dass der Anschlag in Verbindung "mit der vermeintlichen Enttarnung einer V-Person in der linksextremistischen Szene" stehe, ergänzte die 57-Jährige.
Trotz des Bekennerschreibens sucht die Polizei weiter nach Zeugen, die in der besagten Nacht verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder anderweitige Hinweise geben können. Diese werden unter der Rufnummer 0421/362-3888 entgegengenommen.
Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

