Nach Todesdrama in Chemnitzer Pflegeheim: Ermittler geben neue Details bekannt

Chemnitz - Nach dem Gewaltverbrechen an einer Pflegeheim-Bewohnerin (91) in Chemnitz ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen Totschlag.

Der Blick auf den Eingang des Pflegeheims im Chemnitzer Ortsteil Bernsdorf.
Der Blick auf den Eingang des Pflegeheims im Chemnitzer Ortsteil Bernsdorf.  © Harry Härtel

Die Frau lebte in der Pflegeeinrichtung "Haus Steinbachhof" und wurde getötet, das steht seit der Obduktion fest.

Unter Verdacht steht ein Libanese (23), der in dem Heim gearbeitet hat. Er befand sich zum Tatzeitpunkt in der Probezeit und wurde inzwischen fristlos gekündigt, teilte der Einrichtungsbetreiber Korian auf TAG24-Anfrage mit. Aus Datenschutzgründen könne man keine weiteren Angaben zur Person oder zu dessen Tätigkeit in der Einrichtung machen. Noch vor Ort wurde der Mann festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft geht mittlerweile davon aus, dass die Frau wohl erdrosselt wurde. Sie ermittelt aktuell wegen Totschlags. Oder war es doch Mord? Das könne sich im Zuge der Ermittlungen noch ändern, so ein Sprecher.

Chemnitz: Fünf mutmaßliche Drogendealer im Alt Chemnitz Center auf Klo erwischt
Chemnitz Crime Fünf mutmaßliche Drogendealer im Alt Chemnitz Center auf Klo erwischt

Der Tatverdächtige schweigt bisher. "Es wäre von Vorteil, wenn er sich einlässt, jedoch muss er das nicht", so die Staatsanwaltschaft weiter. Die Beamten bearbeiten den Fall mit hoher Priorität. Die Ermittler hoffen, in einigen Wochen mehr über die Hintergründe des Verbrechens zu wissen.

Für andere Personen besteht keine Gefahr

Das Unternehmen Korian, das deutschlandweit Pflegeeinrichtungen betreibt, teilte zudem mit: "Es gelten verbindliche Standards für die Einstellung und Einarbeitung von Mitarbeitern. Wo erforderlich, müssen unsere Mitarbeiter ein Führungszeugnis vorlegen."

Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurde die Polizei informiert und der betroffene Bereich gesichert. Parallel dazu wurden die Abläufe stabilisiert, um den regulären Betrieb und die Betreuung der Bewohner weiterhin sicherzustellen. Die Angehörigen der Bewohnerin wurden durch Mitarbeiter sowie durch die Polizei informiert.

Für andere Personen bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr.

Titelfoto: Harry Härtel

Mehr zum Thema Chemnitz Crime: