Eine Hummel, die fliegt wie ein Kolibri? Was ist das für ein Insekt?

Chemnitz - Es ist etwa daumennagelgroß, hat Ähnlichkeit mit einer Hummel, fliegt aber wie ein Kolibri: Was brummt hier für ein Insekt durch den Garten?

Ein Wollschweber an einer Blüte einer Traubenhyazinthe. Die Insekten haben Ähnlichkeit mit Hummeln, gehören aber zu den Fliegen.
Ein Wollschweber an einer Blüte einer Traubenhyazinthe. Die Insekten haben Ähnlichkeit mit Hummeln, gehören aber zu den Fliegen.  © privat

Ein TAG24-Leser aus Chemnitz hat dieses eigenartige Insekt in seinem Blumenbeet an den Frühblühern erwischt und geknipst.

Bei dem Tierchen handelt es sich um einen Wollschweber (Bombylius major), auch als Hummelschweber oder Trauerschweber bekannt. Von den Insekten, die den Fliegen zugeordnet werden, gibt es weltweit etwa 6000 Arten, 34 davon kommen in Deutschland vor. So selten ist der Wollschweber also gar nicht, aber durch seine flinke Flugweise oft schnell wieder außer Sichtweite.

Der bräunliche bis schwarze Körper ist behaart, wie man es eigentlich von den Hummeln her kennt. Was aber anders als bei Fliegen, Hummeln & Co. ist, ist der lange Rüssel, mit dem der Nektar aus den Blüten geholt wird.

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Dabei kommt auch die Ähnlichkeit zum Kolibri zum Vorschein, denn die Insekten können wie die Vögelchen vor den Blüten schweben und dann blitzschnell davonfliegen.

So gefährlich ist der Große Wollschweber

Der Wollschweber macht eine Pause auf einem Stein am Beetrand.
Der Wollschweber macht eine Pause auf einem Stein am Beetrand.  © privat

Auch wenn der Rüssel den Großen Wollschweber etwas gefährlich aussehen lässt, müssen Menschen vor ihm keine Angst haben.

Anders sieht es da bei anderen Insekten aus, denn die Larven des Wollschwebers leben parasitär, vor allem in Bodennestern von Wildbienen. Wie beim Nabu zu lesen ist, ernähren sich die Larven am Anfang von Pollen- und Nektarvorräten in den Nestern, später fressen sie die Bienenlarven.

Auch wenn der Wollschweber faszinierend aussieht und für uns Menschen ungefährlich ist, ist er doch schädlich für Bienen, die ja ohnehin schon durch schädliche Insektengifte bedroht sind.

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Wer sich auch einmal auf die Suche nach dem Wollschweber machen will, hat die besten Chancen an warmen Tagen in Gärten, Parks, an Waldrändern und blütenreichen Wiesen.

Titelfoto: privat

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