Historische Fotos zeigen: So sehr hat sich Chemnitz verändert

Chemnitz - Könnte man mit einer Zeitmaschine 140 Jahre zurück in die Vergangenheit reisen, würden sich Chemnitzer in der eigenen Stadt heillos verlaufen. Häuser, Plätze, ganze Straßen von heute wären verschwunden, andere dafür da. Ordnung bringt die Ausstellung "Metamorphose – Vom Verschwinden des alten Chemnitz in der Gründerzeit" im Schloßbergmuseum.

Peer Ehmke (60) hat die wertvolle Ausstellung "Metamorphose" im Schloßbergmuseum zusammengestellt. Im Februar erscheint dazu ein Begleitbuch.
Peer Ehmke (60) hat die wertvolle Ausstellung "Metamorphose" im Schloßbergmuseum zusammengestellt. Im Februar erscheint dazu ein Begleitbuch.  © Kristin Schmidt

Kurator Peer Ehmke (60) hat 85 historische Fotos ausgesucht und beschriftet. Er sagt: "Ich würde mich im alten Chemnitz nicht mehr so schnell verlaufen."

Mit alt sind die kleinen Weberhäuser im Zentrum gemeint. Sie mussten ab 1880 bis 1914 der Großstadt weichen. Aus zwei Etagen wurden vier oder fünf. Auf dem Neumarkt verschwand das Gewandhaus für Handel, Lager und Theater, ebenso gegenüber die Herrenstraße.

Es entstanden das neue Rathaus und ein Riegel von der heutigen Theaterstraße zum Johannisplatz. "1914 war Chemnitz monumental, eng, voll Verkehr", weiß Peer Ehmke.

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"Der Johannisplatz gehörte zu den chaotischsten Plätzen im Deutschen Reich."

Einst Kaufhaus Königsfeld, heute Alanya Kebab: Diese Aufnahme zeigt das Eckhaus an der Brücken-/Königstraße (Straße der Nationen).
Einst Kaufhaus Königsfeld, heute Alanya Kebab: Diese Aufnahme zeigt das Eckhaus an der Brücken-/Königstraße (Straße der Nationen).  © Repro: Kristin Schmidt
Diese Kreuzung gibt es nicht mehr: die Innere Johannisstraße/Herrenstraße um 1898.
Diese Kreuzung gibt es nicht mehr: die Innere Johannisstraße/Herrenstraße um 1898.  © Repro: Kristin Schmidt

Bombenhagel machte viele historische Gebäude zunichte

Das heutige Heck-Art (Foto: 1984) überlebte den Abriss alter Handwerkerhäuser, die einst Chemnitz dominierten.
Das heutige Heck-Art (Foto: 1984) überlebte den Abriss alter Handwerkerhäuser, die einst Chemnitz dominierten.  © Viet Minh Kieu

Die unteren Etagen der Gebäude dienten dem Handel, darüber Dienstleistungen und Wohnungen. Ehmke: "Reiche Chemnitzer lebten entlang der Stollberger Straße, begüterte Menschen auf dem Kaßberg und das Volk an Sonnenberg, Brühl und in Bernsdorf."

Das neue Chemnitz fiel 1944/45 dem alliierten Bombenhagel zum Opfer. Von der Zeit vor 1880 blieb nicht viel übrig – Altes Rathaus, Roter Turm, Jakobikirche, wenige Gebäude in Haubold-, Zwickauer und Augustusburger Straße. Und natürlich Fritz Heckerts Geburtshaus Heck-Art.

Die gut besuchte Ausstellung "Metamorphose" läuft bis 26. Februar, Dienstag, Donnerstag-Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 14 bis 21 Uhr.

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Der Eintritt kostet 6 Euro, Jugendliche zahlen nichts. Mitte Februar wird ein Begleit-Fotobuch von Peer Ehmke erscheinen.

Titelfoto: Kristin Schmidt, Repro: Kristin Schmidt

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