Bahn-Experte sauer: Ausbaupläne für Sachsens Problemstrecke sorgen für Ärger

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Chemnitz/Leipzig - Diese Ausbaupläne sorgen für mächtig Ärger: Der Nordabschnitt der Bahnstrecke Chemnitz - Leipzig soll nur stellenweise zweigleisig ausgebaut werden. Das geht aus einer vorgestellten Machbarkeitsstudie hervor. Bahn-Experten sprechen von einer verpassten Chance - und warnen vor weiterem Verspätungs-Chaos.

Sebastian Drechsler (35) von der Bahninitiative Chemnitz kritisiert die Ausbau-Pläne für den Nordabschnitt der Bahnstrecke Chemnitz - Leipzig.
Sebastian Drechsler (35) von der Bahninitiative Chemnitz kritisiert die Ausbau-Pläne für den Nordabschnitt der Bahnstrecke Chemnitz - Leipzig.  © Sven Gleisberg

Der Grund: Für einen kompletten Ausbau zwischen Geithain und Leipzig fehlt das Geld. Deshalb sollen nur lediglich 24 der insgesamt 44 Streckenkilometer zweigleisig werden.

Für Sebastian Drechsler (35) von der Bahninitiative Chemnitz ein schwerer Fehler. "Damit bleibt die Störanfälligkeit der Infrastruktur bestehen", sagt der Bahn-Experte. Habe ein Zug Verspätung, könnte das den kompletten Verkehr ausbremsen.

Besonders empört ist Drechsler über die geplanten Fahrzeiten. "Statt des mehrfach versprochenen Halbstundentakts ist weiterhin lediglich ein Stundentakt mit einzelnen Verstärkerzügen in den Hauptverkehrszeiten vorgesehen", schimpft der Bahn-Experte.

Aus Sicht der Bahninitiative reiche das bei Weitem nicht aus. Denn die Strecke ist aktuell mit 140 Prozent deutlich überlastet.

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Daher hoffen die Bahn-Experten, dass die Pläne nachgebessert werden. Die Forderung: ein komplett zweigleisiger und elektrifizierter Ausbau.

Aktuell fahren die Züge stündlich zwischen Chemnitz und Leipzig.
Aktuell fahren die Züge stündlich zwischen Chemnitz und Leipzig.  © Kristin Schmidt
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Bahn-Experte: "Wer heute zu knapp baut, verbaut die Entwicklungsmöglichkeiten der nächsten Jahrzehnte"

Wünscht sich eine zukunftsfähige, komplett zweigleisige Strecke: Markus Haubold, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.
Wünscht sich eine zukunftsfähige, komplett zweigleisige Strecke: Markus Haubold, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.  © Kristin Schmidt

"Wir dürfen die Fehler vergangener Sparlösungen bei der Schieneninfrastruktur nicht wiederholen. Wer heute zu knapp baut, verbaut die Entwicklungsmöglichkeiten der nächsten Jahrzehnte", sagt erklärt Markus Haubold, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.

Für den kompletten Ausbau der Strecke müsste allerdings deutlich mehr investiert werden. Geld, das aktuell nicht zur Verfügung steht.

Übrigens: Die Sanierung wird noch viele Jahre dauern. Laut Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (62, CDU) sollen die Bauarbeiten in den 2030er-Jahren abgeschlossen sein. Ein genauerer Termin wurde nicht genannt.

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Sven Gleisberg

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