Nix los im Chemnitzer Hauptbahnhof: Bahn bekommt Leerstand nicht in den Griff
Chemnitz - Der Leerstand im Chemnitzer Hauptbahnhof bleibt ein Problem. Von elf Gewerbeflächen sind derzeit nur sechs vermietet. Nun hat auch PizzaOne, das erst im Januar eröffnet hatte, den Standort wieder aufgegeben. Bereits im April hatte die Deutsche Bahn (DB) erklärt, mit Mietinteressenten im Gespräch zu sein - bislang jedoch ohne Ergebnis.
Die DB nennt als Gründe unvollständige Bewerbungsunterlagen, fehlende technische Voraussetzungen sowie Anforderungen an Nutzungskonzept, Wirtschaftlichkeit und Zulässigkeit.
Zu den Mietpreisen der 26 bis 70 Quadratmeter großen Flächen macht das Unternehmen keine Angaben: "Mietpreise werden branchenbezogen ermittelt."
Der Fahrgastverband "Pro Bahn" sieht die Ursachen dagegen vor allem in der geringen Zahl an Reisenden. "Die Leerstände im Chemnitzer Hauptbahnhof sind aus unserer Sicht vor allem eine Folge der vergleichsweise geringen Kundenfrequenz in der Haupthalle", sagt Markus Haubold (40).
Der Bahnhof werde überwiegend vom Regionalverkehr genutzt, langjährige Bauarbeiten und Einschränkungen im Bahnverkehr hätten die schwierige Lage zusätzlich verschärft.
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Auch Wiener Feinbäckerei aus Chemnitzer Hauptbahnhof verschwunden
Zuletzt verschwand auch die Wiener Feinbäckerei, die als "Snacks-2-Go" betrieben wurde. Warum einzelne Geschäfte schließen, lasse sich nicht pauschal beurteilen.
"Neben unternehmerischen Entscheidungen spielen Sortiment, Preisgestaltung, Standort im Bahnhof und Konkurrenzsituation eine Rolle", so Haubold.
"Mit jeder Schließung von Geschäften schwindet auch die Attraktivität und Kundenfrequenz - der Effekt verstärkt sich also zunehmend."
Nach Einschätzung von "Pro Bahn" braucht der Hauptbahnhof langfristig vor allem mehr Reisende, damit sich die Gewerbeflächen dauerhaft tragen.
Gleichzeitig fehle es an "Geschäften, denen es gelingt, die nötige Strahlkraft nach außen in den Stadtraum zu entwickeln".
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)

