Baustart! Hier soll das neue Kinder- und Jugendheim in Chemnitz entstehen

Chemnitz - Das umstrittene Kinder- und Jugendheim verschwindet aus dem Chemnitzer Stadtteil Altendorf! Am Dienstag erfolgte der offizielle Baustart für die zwei neuen Gebäude.

Roberto Nitschke vom IB Mitte (60, l.), Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (63) und Axel Brückom vom SFZ Förderzentrum (50) beim ersten Spatentisch.
Roberto Nitschke vom IB Mitte (60, l.), Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (63) und Axel Brückom vom SFZ Förderzentrum (50) beim ersten Spatentisch.  © Kristin Schmidt

Zum Baustart enthüllte Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (63, fraktionslos) am Nachmittag gemeinsam mit Vertretern des Jugendamts und des SFZ Förderzentrums symbolisch die Bautafel am Standort Reichenhainer Straße.

Für den Kinder- und Jugendnotdienst werden in Chemnitz nun zwei neue dezentrale Standorte errichtet: an der Chopinstraße 2 und an der Reichenhainer Straße/Augsburger Straße 99 bis 101.

Dort soll es dann jeweils acht Plätze für Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren geben. Für jüngere Kinder steht seit 2019 die Kleinkind-Inobhutnahme in der Parkstraße zur Verfügung.

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Für den Neubau in Bernsdorf sind 4,7 Millionen Baukosten veranschlagt.

Voraussichtlich wird in der zweiten Jahreshälfte eine öffentliche Baustellenbesichtigung unter Beachtung des Infektionsgeschehens stattfinden. Dann können Interessierte vor Ort mit Vertretern des SFZ Förderzentrums und der Stadt über die Bauvorhaben sprechen. Ein genauer Termin wird vorher bekanntgegeben.

Anwohner in Bernsdorf fürchten Lärm und Randale

Die beiden Neubauten des Kinder- und Jugendnotdienstes sollen auf der Chopinstraße und an der Reichenhainer Straße/Ecke Augsburger Straße in Chemnitz entstehen.
Die beiden Neubauten des Kinder- und Jugendnotdienstes sollen auf der Chopinstraße und an der Reichenhainer Straße/Ecke Augsburger Straße in Chemnitz entstehen.  © SFZ

Die Anwohner in Bernsdorf sehen die Ansiedlung des Kinder- und Jugendnotdienstes in Bernsdorf kritisch und fühlten sich von den Plänen überrumpelt.

Auch die Erinnerung an die Vorfälle von Altendorf bereiten Sorge. Dort gab es immer wieder Beschwerden über Lärm und Randale.

Im Vorfeld ermöglichte die Stadt Chemnitz - nach einigem Zoff um die fehlende Kommunikation - den Anwohnern in Sprechstunden ihre Fragen und auch Ängste rund um die Neubauten loszuwerden.

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In Gesprächen wollten Bürger unter anderem wissen, wer zahlt, wenn Jugendliche zum Beispiel Sachbeschädigungen an ihrem Grundstück begehen. "Es gibt einen kommunalen Schadensausgleich, wenn Eltern keine Haftpflicht haben", so Heike Steege (58) vom Jugendamt.

Immer wieder Ärger um Einrichtung im Flemminggebiet

Der Kinder- und Jugendnotdienst in Altendorf an der Flemmingstraße wird aufgelöst.
Der Kinder- und Jugendnotdienst in Altendorf an der Flemmingstraße wird aufgelöst.  © Uwe Meinhold

Bald Geschichte! Immer wieder gab es Ärger mit den Jugendlichen der Einrichtung in Chemnitz-Altendorf. Über die Schließung des Kinder- und Jugendnotdienstes dürften sich nun also etliche Anwohner freuen.

Eine Gruppe hatte in dem Stadtteil unter anderem Müllsäcke aufgeschlitzt und den Inhalt in den Briefkästen der Anwohner verteilt.

Außerdem schlugen im Mai 2018 zwei Mädchen eine Oma brutal zusammen. Die damals 66-Jährige musste in einem Krankenhaus behandelt werden.

Grund für den Neubau ist auch der bauliche Zustand. Der Standort in der Flemmingstraße ist einfach nicht mehr zeitgemäß und auch die räumliche Struktur macht es unmöglich, jugendliche Intensivstraftäter von anderen Kindern und Jugendlichen, die eine Unterkunft suchen, zu trennen.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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