Chemnitz - Am erst kürzlich sanierten Rabensteiner Viadukt in Chemnitz rosten Liebesschlösser vor sich hin. Wie handelt nun die Stadt?
Wer das Viadukt vom Weißen Stein herkommend betritt, entdeckt vor allem am Geländer an der linken Seite mehr als 50 der kleinen Schlösser. Während einige noch neu glänzen, hat an anderen schon kräftig der Zahn der Zeit genagt. Sowohl U-Bügel als auch Zylinder sind schon recht verrostet.
Doch nicht nur die Schlösser weisen Rostspuren auf. Am Gitter des Geländers sind ebenfalls erste Spuren zu entdecken. Die Gefahr, dass das Geländer dadurch Schaden nimmt, ist gering, da bei der Sanierung bereits an ein ausreichendes Korrosionsschutzsystem gedacht wurde. Eine Stadtsprecherin erklärt dazu auf TAG24-Nachfrage:
"Dieses besteht aus drei Schichten und setzt sich aus einer Feuerverzinkung, einer farblichen Zwischenbeschichtung und einer Deckbeschichtung zusammen."
Außerdem werden die Geländer bei regelmäßigen Bauwerksprüfungen auf ihre Verkehrssicherheit hin kontrolliert.
Viadukt für 2,5 Millionen Euro saniert
Die Pärchen, die ihre Liebesbeweise am Viadukt angebracht haben, müssen keine Angst davor haben, dass die Schlösser wegen des Rosts entfernt werden.
Das wird erst nötig, wenn die Anzahl und damit das Gewicht zu groß wird. Denn das kann Auswirkungen auf die Statik haben. "Derzeit ist dies noch nicht erforderlich", heißt es aus der Stadt auf Nachfrage.
Im Herbst 2023 wurde das Viadukt in Oberrabenstein nach zweieinhalbjähriger Sanierung wiedereröffnet. Die Kosten für die Instandsetzung lagen bei 2,5 Millionen Euro. Die geplante Bauzeit, die im Frühjahr 2021 begann, verzögerte sich um mehr als ein Jahr. Der Korrosionsschutz des Stahlfachwerks musste komplett erneuert werden.
Während des Bauprozesses waren immer wieder neue Schäden an dem knapp 130 Jahre alten Denkmal zum Vorschein gekommen.