Chemnitz - Einfach nur traurig: Die Chemnitzer müssen noch viele Jahre auf eine moderne Zugverbindung nach Leipzig warten. Die Strecke wird frühestens 2035 ausgebaut. Ein fatales Zeichen – findet auch der Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, Christoph Neuberg (51).
Seit Jahren fordern Wirtschaft, Kommunen und Verbände einen schnellen zweigleisigen Ausbau der Strecke. Zudem sollen endlich Oberleitungen gebaut werden.
Doch das wird dauern – der Südabschnitt zwischen Chemnitz und Geithain soll erst 2035 fertig sein. Baubeginn ist für 2032 geplant, ursprünglich sollte es nach dem Kulturhauptstadtjahr losgehen. Für den restlichen Teil der Strecke gibt's bislang kein Datum.
Ein Desaster, auch für die Wirtschaft in Chemnitz. IHK-Boss Christoph Neuberg spricht Klartext: "Lachen oder Weinen? Es fällt immer schwerer, diese unfassbaren Rückschläge beim Streckenausbau wegzustecken und dennoch weiter daran zu arbeiten."
Neuberg beklagt die langen Planungszeiten. "Allein die Planung im Nordabschnitt soll – Stand 2024! – eine Dreiviertelmilliarde Euro kosten."
Er fordert: "Wir brauchen dringend eine umfassende Abrüstung im Bereich der Auflagen und Regularien für den Ausbau öffentlicher Infrastrukturen! Letztlich geht es hier nicht um den Turmbau zu Babel, sondern wir beabsichtigen lediglich die Ertüchtigung einer vorhandenen und im Betrieb befindlichen Bahnstrecke!"
"Echtes Trauerspiel": Grünen-Politikerin fassungslos über Bau-Fiasko
Auch Katja Meier (46, Grüne) ist fassungslos. Durch ihre Kleine Anfrage an die Landesregierung wurde das Bau-Fiasko öffentlich.
Die Grünen-Politikerin spricht auf Instagram von einem "echten Trauerspiel". Die Verzögerungen seien ein fatales Signal für die gesamte Region.
"Chemnitz braucht endlich Verlässlichkeit beim Bahnausbau", fordert Meier.
Dazu kommt: Für den südlichen Abschnitt zwischen Geithain und Chemnitz stehen derzeit rund 500 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kosten werden auf etwa 750 Millionen Euro geschätzt. Woher das fehlende Geld kommen soll – aktuell unklar.