Neues Datum! Ausbau der Strecke Chemnitz-Leipzig verschiebt sich weiter
Chemnitz/Leipzig - Was für ein fatales Signal für Chemnitz! Bis die Bahnstrecke nach Leipzig ausgebaut ist, wird es wohl noch lange dauern. Aktuell steht das Jahr 2035 im Raum – doch nur für einen Teil der Strecke.
Das Problem: Die Strecke ist größtenteils eingleisig, eine Elektrifizierung fehlt ebenfalls. Durch die neuen Akku-Züge wird die Fahrt zwar angenehmer, hat jedoch ein Zug Verspätung, wirkt sich das auf die ganze Strecke aus, da ein zweites Gleis fehlt.
An diesem Zustand wird sich so schnell auch nichts ändern. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Katja Meier (46) an die Sachsen-Regierung hervor.
Demnach sollen die Bauarbeiten zwischen Geithain und Chemnitz ab 2032 beginnen, fertig soll die Strecke erst 2035 sein. Damit verschiebt sich das Mega-Projekt immer weiter nach hinten – vor einigen Jahren war noch von einer Fertigstellung 2029 die Rede.
Dazu kommt: Wann der zweite Teil der Strecke fertiggestellt wird, ist noch völlig unklar. "Zum Nordabschnitt Leipzig-Geithain lassen sich noch keine validen Angaben zum Baubeginn oder zum Zeitpunkt einer Inbetriebnahme treffen", teilt Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU, 61) mit.
Finanzierungslücken bereiten Sorgen
Ein großes Thema bleibt die Finanzierung. "Eine der Ursachen für die Verzögerungen liegt auch in ständig steigenden Kosten und daraus resultierenden Finanzierungslücken, welche dann wieder mühsam gestopft werden müssen", sagt Markus Haubold (39), Chef des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.
Für den Nordabschnitt Leipzig-Geithain stellen Bund und Länder fast 500 Millionen Euro zur Verfügung. Das reicht aber bei Weitem nicht! Laut der Sachsen-Regierung wurden die Kosten 2024 auf 750 Millionen Euro geschätzt.
"Es braucht daher eine gesicherte Finanzierung", fordert Haubold. Zudem sollte es nun keine Änderungen an den Planungen geben – das würde das Projekt noch weiter verzögern.
Titelfoto: Kristin Schmidt
