Dürregefahr in Chemnitz: Auf Wasserentnahme aus Gewässern soll verzichtet werden
Chemnitz - Nach Dresden zieht nun auch Chemnitz nach: Die Stadt reagiert auf die anhaltende Hitze und bittet die Bevölkerung, auf die Wasserentnahme aus Gewässern zu verzichten.
Am dritten Tag der Warnsituation zieht Chemnitz die Reißleine. Die Wasserstände in den Chemnitzer Bächen und Flüssen seien derzeit sehr niedrig.
Deswegen appelliert die Untere Wasserbehörde des Umweltamts an alle Chemnitzer, auf die Entnahme von Bachwasser zu verzichten.
"Bereits geringfügige Wasserentnahmen können nachteilige Auswirkungen auf die Gewässerökologie haben", heißt es.
Die Wasserentnahme sei dann nicht mehr durch den Anlieger-, Eigentümer- und Gemeingebrauch gedeckt und somit nicht zulässig, auch ohne, dass hierfür ein generelles Entnahmeverbot ausgesprochen wird.
Das Landeshochwasserzentrum weist für den Pegel Harthau an der Würschnitz aktuell nur noch einen
Abfluss von unter 100 l/s aus. Auch an Chemnitz und Zwönitz sind die Wasserstände und Abflüsse sehr niedrig.
Derzeit handelt es sich noch nicht um ein Verbot, wie es die vergangenen Jahre bereits ausgesprochen wurde. "Aber der dringliche Hinweis, auf Wasserentnahme zu verzichten", teilte die Stadt des Weiteren mit.
Gefahr für wasserabhängige Kleinlebewesen und Fische
Von den höheren Wassertemperaturen, sinkenden Wasserständen oder gar einem vollständigen Trockenfallen von Gewässerstrecken wären vor allem wasserabhängige Kleinlebewesen, aber auch Fische betroffen.
Auch die Selbstreinigungskraft der Gewässer vermindere sich durch das Sinken des Sauerstoffgehalts des Wassers.
"Wenn in dieser Situation durch Anlieger noch Wasser aus den Gewässern entnommen wird, verschärft sich die Dürresituation", warnt die Stadt.
Alle weiteren Informationen rund um die Hitze in Chemnitz findet Ihr in unserem Hitze-Blog.
Erstmeldung: 26. Juni, 10.41 Uhr; letzte Aktualisierung: 11.03 Uhr
Titelfoto: Uwe Meinhold

