Giftiger Chemie-Fund in Chemnitz: Spur führt zu ehemaliger Sowjet-Kaserne

Chemnitz - Der Fund von giftigen Ampullen in einem Chemnitzer Waldstück beschäftigte die Einsatzkräfte weiter. Am Donnerstag waren erneut zahlreiche Feuerwehr- und Polizeikräfte im Einsatz. Die giftigen Stoffe konnten am Abend beseitigt werden. Die zentrale Frage bleibt: Woher kommen die Chemikalien?

In Schutzanzügen untersuchten die Einsatzkräfte am Dienstag den giftigen Fund.  © Chempic

Wie ein Sprecher der Chemnitzer Polizei mitteilt, wurden bereits am Dienstag "mehrere Dutzend Ampullen" in einem Waldstück an der Irmtraud-Morgner-Straße im Stadtteil Ebersdorf gefunden. Die Einsatzkräfte riegelten den Bereich ab.

Die Feuerwehr traute sich nur in Schutzanzügen an die Ampullen heran. Laut Polizei waren die Funde "teils explosiv, giftig, krebserregend und nicht transportfähig".

Zunächst gab es die Erstmeldung, dass eine erhöhte radioaktive Strahlung gemessen wurde. Das bestätigte sich allerdings nicht.

Immerhin: Laut Polizei mussten keine Anwohner evakuiert werden. Da die Ampullen nicht transportiert werden können, wurde an der Beseitigung vor Ort gearbeitet. Dazu waren Feuerwehr, Experten des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen und die Polizei im Einsatz.

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Am Donnerstagabend wurden die Chemikalien gegen 20.30 Uhr kontrolliert gesprengt. "Anschließende Detektionen rund um die Fundstelle erbrachten keine weiteren Gefahrenquellen", so ein Polizeisprecher.

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Auch am Donnerstag waren Polizei- und Feuerwehrkräfte vor Ort. Der Chemie-Fund soll beseitigt werden.  © Chempic

Giftige Stoffe ein Überbleibsel von ehemaliger Kaserne?

Ein Bild von 1992: Die ehemalige Sowjet-Kaserne wurde völlig vermüllt hinterlassen! Gut möglich, dass die giftigen Ampullen von der Militäreinrichtung stammen.  © Härtelpress

Die große Frage: Wie kamen die Ampullen in das Waldstück? Offenbar lagen sie bereits eine Weile dort. Laut Polizei gebe es aktuell keinen Straftatverdacht.

Heißt: Dass die Ampullen mit böser Absicht in das Wäldchen gebracht worden sind, ist unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass die Chemikalien von einer ehemaligen Kaserne stammen, die früher auf dem Gelände stand. In der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) waren Nachrichten- und Aufklärungstruppen der Deutschen Wehrmacht in den Gebäuden stationiert. Nach dem 2. Weltkrieg zog das sowjetische Militär ein. Seit 1992 wurden die Gebäude saniert und zu Wohnungen umgebaut.

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Bei dem Chemie-Fund könnte es sich demnach möglicherweise um Rückstände von Militäroperationen handeln, die seit vielen Jahren im Boden vergraben waren.

Erstmeldung: 7. Mai, 16.05 Uhr, zuletzt aktualisiert am 8. Mai, 14.57 Uhr

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