Immer wieder Unfälle: Wann wird diese Straße in Chemnitz endlich sicherer?
Chemnitz - Ein schwerer Unfall, viele alte Fragen: Spätestens seit dem Crash zwischen einem Radfahrer (16) und einem Lkw im Februar ist die Dresdner Straße in Chemnitz wieder im Fokus. Was wurde eigentlich aus den Plänen für den Bereich zwischen Dresdner Platz und Thomas-Mann-Platz?
Grünen-Stadtrat Joseph Israel (26) macht Druck: "Das tragische Ereignis bietet Anlass, die Verkehrssicherheit der Dresdner Straße noch einmal näher zu betrachten."
Und tatsächlich ist die Bilanz alarmierend: Zwischen 2021 und 2025 wurden im Abschnitt bis zur August-Bebel-Straße 136 Unfälle registriert, darunter vier mit Radfahrern und sechs mit Fußgängern.
Im Bereich Dresdner Straße/Dresdner Platz und Dresdner Straße/Gießerstraße gibt es laut Baubürgermeister Thomas Kütter (49, parteilos) sogar Unfallhäufungsstellen: "Es besteht ein deutliches Sicherheitsdefizit für Radfahrer sowohl auf der freien Strecke als auch an den Knotenpunkten."
Das Rathaus kennt die Probleme seit Jahren. Bereits 2019 wurde eine Studie zur Umgestaltung angestoßen. "Der Schlussbericht liegt seit April 2020 vor", heißt es.
Geprüft wurden mehrere Varianten. Als Favorit gilt ein zweistreifiger Ausbau mit Radfahrstreifen auf beiden Seiten, Multifunktionsstreifen, barrierefreien Haltestellen und Erhalt der Bäume.
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Finanziell sieht es düster aus
Beim Geld bleibt die Lage allerdings trüb. "Die damals geschätzten Baukosten enthielten keine Angaben zu Umverlegungen von Medien und Leitungen."
Heißt: Eine belastbare Summe gibt es bis heute nicht. Zwar würden die Ergebnisse "weiterverfolgt und in konkrete Planungen eingebunden", doch auf der Straße selbst ist davon bisher wenig zu sehen.
Und selbst Pop-up-Radwege wären nicht sofort machbar – dafür brauche es laut Stadt erst einmal ein planerisches Konzept.
Titelfoto: Bildmontage: Jan Härtel, Ralph Kunz
