In Tschechien festgenommen: Netz spottet über Neonazi Liebich

Halle/Chemnitz - Mehr als sechs Monate führte sie die deutsche Justiz am Nasenring durch die Manege, spottete im Netz über die Staatsanwaltschaft, versteckte sich im Ausland und fühlte sich offenbar völlig sicher: Doch am Donnerstag klickten für Marla Svenja Liebich (55) die Handschellen. Die Rechtsextremistin wurde in Tschechien festgenommen. Nun spottet das Netz über ihre Verhaftung.

Marla Svenja Liebich (55) tauchte mehr als ein halbes Jahr unter, versteckte sich vor der deutschen Justiz. Am Donnerstag war das Katz-und-Maus-Spiel vorbei.  © Sebastian Willnow/dpa

Ihre letzte Nachricht setzte Liebich auf der Plattform "X" um 13.39 Uhr ab. Danach kam es wohl zum Zugriff. Die 55-Jährige wurde verhaftet. Seitdem herrscht auf ihrem Account Funkstille.

Doch die Kommentare unter ihren letzten Beiträgen explodieren förmlich. Viele fragen sich, ob die 55-Jährige wirklich verhaftet wurde.

Zudem wendete sich das Blatt: Erst verspottete die Rechtsextremistin die deutsche Justiz, nun blicken die User mit Hohn und Spott auf ihre Verhaftung. "Das wird wohl der letzte Tweet gewesen sein", schreibt ein "X"-Nutzer. Eine weitere: "Game Over".

Immer wieder machte die verurteilte Rechtsextremistin Andeutungen, dass sie nach Russland geflohen sei. Auf "X" gab sie den Standort Moskwa (deutsch: Moskau) an.

Alles offenbar gelogen. Denn: Die Ermittler schnappten Liebich laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle in Tschechien.

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Ein User kommentierte unter einem Beitrag von Liebich: "Tschechien. Das war nun selbst für Dich ein wenig zu blauäugig. Winke, winke!"

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In den sozialen Medien erntet Liebich nach seiner Festnahme Hohn und Spott.  © Screenshot/x.com

Amtsgericht prüft: Wird Liebich wieder zum Mann?

Die Frauen-JVA in Chemnitz: Hier sollte Liebich ihre Haft antreten. Ob sie nun auch hier untergebracht wird - noch unklar.  © Kristin Schmidt

In welchen Knast Liebich jetzt kommt, ist noch unklar. Fakt ist aber: Das Amtsgericht Halle will darüber entscheiden, ob die Änderungen von Vorname und Geschlecht wieder rückgängig gemacht werden können.

Liebich wurde 2023 - damals noch als Mann - zu anderthalb Jahren Knast verurteilt. Ohne Bewährung. Ein neues Gesetz der Ampel-Regierung erlaubte es Sven, wie er damals hieß, sein Geschlecht ohne große Hürden zu wechseln. Wenig später tauchte er als Marla Svenja Liebich auf, trug Frauenkleidung.

Im August 2025 sollte er daher seine Haft in der Frauen-JVA in Chemnitz antreten. Stattdessen tauchte Liebich unter.

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