Lokführer-Streik: GDL legt Chemnitzer Hauptbahnhof wieder lahm

Chemnitz - Am kommenden Freitag wird es wohl wieder ruhig im Chemnitzer Hauptbahnhof: Weil die Lokführergewerkschaft GDL zum Streik aufgerufen hat, werden wohl kaum Züge fahren. Betroffen ist die Deutsche Bahn (DB), die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) und die City-Bahn Chemnitz.

Am kommenden Freitag werden die Züge im Chemnitzer Hauptbahnhof wieder stillstehen: Die GDL hat einen weiteren Streik angekündigt.
Am kommenden Freitag werden die Züge im Chemnitzer Hauptbahnhof wieder stillstehen: Die GDL hat einen weiteren Streik angekündigt.  © Maik Börner

Los geht's am morgigen Donnerstag ab 22 Uhr. Bis Freitag, 22 Uhr, müssen Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Davon betroffen sind alle Zugverbindungen, die durch Chemnitz führen - der RE3 (Dresden - Chemnitz - Hof), der RB30 (Dresden - Chemnitz - Zwickau), die Verbindung nach Elsterwerda (RB45) und der RE6 (Chemnitz - Leipzig).

Zudem wird auch die City-Bahn bestreikt. Hier wird es wohl auch auf dem gesamten Netz zu Ausfällen kommen. Ebenso bei der Erzgebirgsbahn, die von der DB betrieben wird.

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Erst am gestrigen Dienstag wurde bekannt, dass die Tarifverhandlungen mit der GDL und der MRB gescheitert waren - ein neuer Streik war nur noch eine Frage der Zeit.

GDL-Chef Claus Weselsky (64) hofft, dass die Arbeitgeber nun einlenken: "Der Unmut der Beschäftigten ist machtvoll, laut und unaufhaltsam", so Weselsky. "Der Arbeitgeber, der jetzt nicht aufwacht, dem ist nicht mehr zu helfen", schimpft der GDL-Boss.

Übrigens: Die Länderbahn, zu der unter anderem auch die Vogtlandbahn gehört, ist nicht vom Streik betroffen. Die Züge fahren regulär.

Am Chemnitzer Hauptbahnhof wird es am Freitag wohl sehr ruhig.
Am Chemnitzer Hauptbahnhof wird es am Freitag wohl sehr ruhig.  © Kristin Schmidt
GDL-Chef Claus Weselsky (64) will die Arbeitgeber dazu drängen, mehr Lohn zu zahlen. Weiterhin wird eine 35-Stunden-Woche gefordert.
GDL-Chef Claus Weselsky (64) will die Arbeitgeber dazu drängen, mehr Lohn zu zahlen. Weiterhin wird eine 35-Stunden-Woche gefordert.  © Wolfgang Kumm/dpa

Weniger arbeiten, mehr Lohn: "Das kann sich die Branche personell gar nicht leisten"

Weniger arbeiten und mehr Lohn? "Das kann sich die Branche nicht leisten", sagt City-Bahn-Chef Friedbert Straube.
Weniger arbeiten und mehr Lohn? "Das kann sich die Branche nicht leisten", sagt City-Bahn-Chef Friedbert Straube.  © Kristin Schmidt

Das große Streit-Thema: Die GDL fordert eine 35-Stunden-Woche, gleichzeitig mehr Lohn. City-Bahn-Chef Friedbert Straube sagte dazu: "Das kann sich die Branche personell gar nicht leisten."

Straube ärgert sich zudem, dass die Verhandlungen seitens der GDL bereits nach einer Stunde abgebrochen worden sind.

Bereits vor zwei Wochen wurde stundenlang gestreikt. Der City-Bahn-Chef ist sauer: "20 Stunden und dann nochmal 24 Stunden streiken, aber kaum eine Stunde verhandeln. Wer das macht, will Krawall, aber wahrscheinlich gar keine Lösung. Es tut mir leid, dass nun wieder die Fahrgäste durch die GDL in Mitleidenschaft gezogen werden."

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Auch die MRB hält die Forderungen für überzogen. "Die geforderte Absenkung der Arbeitszeit würde mutmaßlich den täglichen Betrieb gefährden, weil unter anderem mehr Personal eingestellt werden müsste", heißt es.

Es droht ein Endlos-Zoff - auf Kosten der Fahrgäste! Ob sich Gewerkschaft und Verkehrsunternehmen bald einigen? Unwahrscheinlich. Daher drohen auch rund um Weihnachten möglicherweise weitere Bahn-Streiks.

Titelfoto: Maik Börner, Kristin Schmidt, Wolfgang Kumm/dpa

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