Nach Stromausfall in Berlin: Wie gut ist Chemnitz für einen Blackout gerüstet?
Chemnitz - Strom weg, Heizung kalt, Handys tot - der Total-Ausfall von Berlin hat gezeigt, wie schnell eine Großstadt im Dunkeln steht. Und Chemnitz? Was passiert, wenn hier wirklich alles ausfällt?
Die Stadt hat dafür seit Jahren ein festes Drehbuch. "Ein Alarm- und Einsatzplan für das Szenario Blackout besteht bereits seit 2012 und wird seither angepasst", heißt es aus dem Rathaus.
Details müssten aus Sicherheitsgründen unter Verschluss bleiben. Nur so viel: Der Blackout-Plan greift bei verschiedenen Szenarien wie Unwetter, technische Kettenfehler, menschliches Versagen und zunehmend auch Cyberangriffe oder gezielte Sabotage.
Gerade Versorgungsnetze geraten immer häufiger ins Visier. Energieversorger eins und Netzbetreiber "inetz" berichten von IT-Angriffen, Vandalismus und Metalldiebstahl.
Bislang blieb Chemnitz jedoch von größeren Ausfällen verschont.
Geheime Anlage soll Stromnetz im Ernstfall wieder hochfahren
Ein zentraler Baustein für den Ernstfall ist die sogenannte Schwarzstart-Anlage. Drei Jahre wurde sie an einem geheimen Ort aufgebaut, seit Mai 2025 ist sie fertig.
Ihr Zweck: Nach einem Totalausfall kann das Chemnitzer Stromnetz ohne externe Hilfe wieder hochgefahren werden. Der Nachteil: Die nach 1990 eingemeindeten Ortsteile Euba, Kleinolbersdorf-Altenhain, Einsiedel, Klaffenbach, Mittelbach, Grüna, Röhrsdorf und Wittgensdorf bleiben trotzdem dunkel, da sie nicht zum Netzgebiet von eins-Netzbetreiber "inetz" gehören.
Konkreter will man auch bei eins nicht werden - aus gutem Grund: "Gerade die Offenlegung von Informationen vertraulichen Charakters wie die Einsehbarkeit von Netzstrukturen im Internet erleichtert gewissen Tätergruppen gezielte Attacken auf kritische Infrastrukturen", so eine Sprecherin.
Es gebe aber regelmäßige Übungen zu verschiedensten Szenarien.
Titelfoto: Kristin Schmidt

