Schauspiel- oder Opernhaus? Chemnitzer OB spricht Klartext
Chemnitz - In der seit Wochen brodelnden Debatte um die Zukunft des Schauspiels in Chemnitz räumte Oberbürgermeister Sven Schulze (54, SPD) jetzt mit einigen Punkten auf. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeistern und Theaterchef erklärte er den Stand der Dinge.
Ausgangspunkt der hitzigen Diskussion war ein Vorschlag der SPD-Fraktion, das Schauspiel dauerhaft ins Opernhaus zu integrieren.
OB Schulze stellt dazu nun klar: "Ich habe den Eindruck, dass wir über Dinge streiten, die gar nicht mehr in Rede stehen."
Eine solche Lösung sei "nie eine Vorlage der Verwaltung" gewesen, betonte der OB.
Geplant ist nach Angaben der Verwaltung vielmehr nur ein Grundsatz: Aus dem Sondervermögen des Bundes sollen rund 40 Millionen Euro für die Sanierung des Opernhauses und für eine separate Lösung für das Schauspielhaus eingesetzt werden.
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Opernhaus soll Vorrang haben
Priorität soll dabei zunächst das Opernhaus bekommen. "Die letzte Sanierung ist über 30 Jahre her", sagt Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos). "Eine Instandsetzung ist jetzt dringend erforderlich."
Im Zuge dessen soll zuerst eine Planungsstudie klären, wie umfangreich die Sanierung des Opernhauses ausfallen und ob für die Bauzeit eine Interimsspielstätte notwendig wird. Kütter: "Im Idealfall könnte diese später noch nachgenutzt werden" - etwa für das Sprechtheater.
Die Frage nach dem Standort des Schauspiels ist damit wieder völlig offen. Bislang standen in der Debatte vor allem eine Sanierung des bestehenden Schauspielhauses mit geschätzten Kosten von bis zu 69 Mio. Euro oder ein Neubau in Altchemnitz für etwa 74 Mio. Euro zur Diskussion.
Titelfoto: Bildmontage: dpa/Hendrik Schmidt, Ralph Kunz
