Chemnitz - Die Schlaglöcher auf den Straßen in Chemnitz halten das städtische Tiefbauamt in Atem. Seit drei Wochen sind die Flicktrupps mit Hochdruck unterwegs, um aufgerissene Fahrbahnen zu flicken und den Asphalt notdürftig zu retten. Der Kampf gegen die Asphalt-Krater gleicht einer Dauerbaustelle ohne Ende.
"Wir haben durch den kalten Winter 25 bis 30 Prozent mehr Schäden als in den Vorjahren", sagt Tiefbauamts-Chef Thomas Blankenhagel (47). "Die Schäden sind gleichmäßig über die ganze Stadt verteilt."
Erfasst wird alles auf mehreren Wegen. Die Straßenaufsicht ist laut Blankenhagel "etwa alle sechs Wochen unterwegs und dokumentiert Schäden", dazu kommen Hinweise über den Mängelmelder, von der Polizei und der CVAG.
Wegsehen kann die Stadt nicht: "Es ist Pflichtaufgabe, sonst verlieren wir unseren Versicherungsschutz."
Über den Winter wurden die schlimmsten Stellen zunächst mit Kaltmischgut geschlossen - eine Art Erste Hilfe für kaputte Straßen. Jetzt, da die Mischwerke wieder geöffnet haben, beginnt die eigentliche Schlagloch-Offensive.
Fünf Kolonnen mit jeweils fünf Leuten sind in der ganzen Stadt im Einsatz, zwei davon von externen Firmen. Zuerst sind die Hauptstraßen dran, ab Mai verstärkt die Nebenstraßen.
Darum herrscht immer wieder Schlagloch-Alarm in Chemnitz
Warum die Fahrbahnen jedes Jahr wieder aufplatzen, erklärt Abteilungsleiter Ralf Neubert (53): "Der Wechsel zwischen Frost und Tauen erzeugt Spannung im Asphalt. Dadurch platzt der Asphalt auf." Genau dieser Temperaturstress hat den Belag in den vergangenen Monaten besonders mürbe gemacht.
Die Schlaglöcher sind aber nur das sichtbare Symptom eines viel größeren Sanierungsstaus. "70 Prozent der Chemnitzer Straßen sind in die Jahre gekommen", sagt Blankenhagel.
Alle Straßen auf Vordermann zu bringen, würde 500 Millionen Euro kosten, jährlich wären 15 Millionen nötig. Im Haushalt stehen aber nur gut 10 Millionen Euro.