Chemnitz - Verkohlte Balken, ein provisorischer Bauzaun und seit Monaten Behinderungen für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer: Die Brandruine an der Bernsdorfer Straße in Chemnitz nahe dem Südbahnhof entwickelt sich zur Dauerbaustelle - nur gebaut wird dort überhaupt nichts. Jetzt räumt die Stadt ein: Wann die Gefahrenstelle verschwindet, steht völlig in den Sternen.
Das abgebrannte Holzgebäude zwischen Bahnbrücke und Turmstraße ist eine ehemalige Lagerhalle auf einem verwahrlosten Grundstück hinter einem bewohnten Mehrfamilienhaus.
Seit zehn Jahren steht das verlassene Gebäude immer wieder in Flammen. Allein 2026 brannte es dort bereits zweimal: Im März gab es ein Großfeuer, im Mai zündeten Unbekannte Müll im Inneren an. Die Polizei ermittelt seitdem wegen Brandstiftung.
Für Enrico Hilbert (50, BSW) ist die Ruine ein "drohend einstürzendes Gebäude". Deshalb forderte der Stadtrat von der Bauverwaltung Klarheit, wie es mit der Gefahrenstelle weitergeht.
Die ernüchternde Antwort von Baubürgermeister Thomas Kütter (50, parteilos): "Einen konkreten Plan gibt es nicht." Die Bauaufsicht versuche, den Eigentümer zum Handeln zu bewegen. Das Gebäude müsse entweder gesichert oder abgerissen werden.
Dass die Absperrung nicht bloß übervorsichtige Behördenroutine ist, macht Kütter ebenfalls deutlich: "Von dem Gebäude geht derzeit eine Gefahr aus." Deshalb bleiben der Fußweg, der Radweg und sogar ein Teil der Fahrbahn gesperrt. Wie lange noch? Unbekannt.
Stadt hat Eigentümer ausfindig gemacht
Immerhin hat die Stadt den Eigentümer ausfindig gemacht und verfügt über eine zustellbare Adresse. Gebracht hat das bislang wenig. Kütter erklärt: "Er zeigt sich wenig kooperativ."
Rechtliche Schritte gegen den Besitzer seien aufwendig und zeitraubend. Der Eigentümer ist öffentlich nicht bekannt.