Chemnitz - Ohne Diesel ins Umland: Ab 2027 sollen eCitylinks beim "Chemnitzer Modell" zum Einsatz kommen. Die neuen Züge können in der Stadt mit Straßenbahnstrom (600 Volt) und außerhalb mit Bahnstrom (15.000 Volt) fahren. Möglich ist das zwischen Chemnitz und Stollberg sowie Chemnitz und Mittweida. Für die anderen Linien müssen nun zunächst Bahnstrecken elektrifiziert werden.
In Richtung Aue ist dafür die Erzgebirgsbahn zuständig. Die hat 2025 die Elektrifizierung der Strecke mit einer Grundlagenermittlung vorbereitet.
"Das heißt, wir haben uns angeschaut: Auf welchem Weg bekommen wir den Strom an die Trasse? Gibt es Brücken, bei denen die Höhe nicht ausreicht, wenn dort eine Fahrleitung gezogen wird?", erläutert Infrastruktur-Leiter Ralf Reineke (55).
Die gute Nachricht: "Die Elektrifizierung ist ohne größere Hürden möglich." Die weniger gute: Es ist noch unklar, wer die weitere Planung bezahlt.
Reineke: "Uns als Erzgebirgsbahn stehen dafür keine Mittel vom Bund zur Verfügung, weil die DB Projekte wie Chemnitz-Leipzig priorisiert. Unser Ziel ist, 2026 eine Vereinbarung mit dem VMS oder dem Land Sachsen abzuschließen, die festschreibt, wer die Planungskosten übernimmt."
Dabei geht es um einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag". Vom Verkehrsverbund Mittelsachsen heißt es dazu: "Wir werden gemeinsam eine Lösung finden."
Bei einem Jahr Planungszeit, zwei bis drei Jahren für die Genehmigungsphase und einem Jahr Bauzeit wird ein eCitylink nicht vor Anfang der 2030er-Jahre bis nach Aue rollen. In diesen Zeithorizont fällt auch der Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig - Voraussetzung für den Einsatz doppelt elektrischer Züge nach Burgstädt.