Chemnitz - Nach Aberkennung des Doktortitels von Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt (48, CDU) durch die TU Chemnitz begrüßt Plagiatsjäger Dr. Stefan Weber (55) die Entziehung des akademischen Grades. Währenddessen verteidigt die TU ihre Entscheidung.
"Das ist selbstverständlich bei 140 Plagiatsfragmenten auf 36 Prozent der Fließtext-Seiten die fachlich einzig korrekte Entscheidung", lobt der österreichische Kommunikationswissenschaftler Dr. Stefan Weber die Entscheidung der TU.
Weber hatte im August 2024 eine Plagiatsanzeige hinsichtlich Mario Voigts Dissertation an der TU Chemnitz aufgegeben. Er sieht bei Voigts Doktorarbeit Parallelen zur Dissertation von Ex-Bildungsministerin Annette Schavan (70, CDU) - ihr wurde 2013 der Doktortitel aberkannt.
Was bisher bekannt ist: Die TU Chemnitz hatte Mario Voigt am Mittwoch den Doktortitel entzogen. Allerdings stellte TU-Sprecher Mario Steinebach (59) auf Nachfrage klar:
"Bis zum Vorliegen einer Bestands- oder Rechtskraft darf der Doktorgrad weiterhin geführt werden."
Mario Voigt will klagen
Der thüringische Landesvater kritisierte diese Entscheidung, will dagegen klagen: Ein externes Gutachten bestätigte, dass die Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspreche. Für die philosophische Fakultät der TU Chemnitz hat das jedoch nicht gereicht:
"Für die Plagiatsprüfung ist die Abwägung aller vorhandenen Quellen wesentlich. Das externe Gutachten kann daher nicht alleinige Grundlage der Entscheidung sein", so die Fakultät.