Seit Wochen keine Termine: Wo ist der Chemnitzer OB Sven Schulze?

Chemnitz - Um den Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (51, SPD) ist es seit Wochen still geworden. Was ist da los?

Seit Wochen krank: Oberbürgermeister Sven Schulze (51, SPD, r.) muss sich von Kämmerer Ralph Burghart (52, CDU) vertreten lassen.
Seit Wochen krank: Oberbürgermeister Sven Schulze (51, SPD, r.) muss sich von Kämmerer Ralph Burghart (52, CDU) vertreten lassen.  © Kristin Schmidt

Der Chemnitzer Standort von Galeria Kaufhof ist gerettet - dafür hatte sich Oberbürgermeister Schulze lange starkgemacht. Viele Chemnitzer äußern sich nun zu diesem (Teil-)Erfolg - nur der OB nicht.

Auch zu anderen wichtigen Stadt-Themen der vergangenen Wochen schwieg das Stadtoberhaupt. Aus triftigem Grund, wie das Rathaus erst jetzt auf TAG24-Nachfrage öffentlich bestätigte: Sven Schulze ist bereits seit Anfang Februar erkrankt.

Auf allen wichtigen Terminen wurde OB Schulze seitdem von seinem ersten Stellvertreter, Finanzbürgermeister Ralph Burghart (52, CDU), vertreten. Dazu gehört auch die Leitung der Stadtratssitzungen im Februar und in der kommenden Woche.

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Die Öffentlichkeit wurde über die nun schon fast zweimonatige Abwesenheit des Stadtchefs nicht informiert. Nur die Vorsitzenden in den Stadtrats-Fraktionen bekamen Anfang Februar eine Info, dass Sven Schulze erkrankt sei.

Auch Chemnitzer Stadträte fordern mehr Informationen für die Öffentlichkeit

Volkmar Zschocke (54, Grüne) findet es wichtig, zu prüfen, "ob und wie die Öffentlichkeit informiert wird".
Volkmar Zschocke (54, Grüne) findet es wichtig, zu prüfen, "ob und wie die Öffentlichkeit informiert wird".  © Kristin Schmidt

Auf TAG24-Nachfrage erklärte die Pressestelle der Stadt, dass Schulze voraussichtlich Ende März ins Rathaus zurückkehren werde. Alles andere sei privat.

Volkmar Zschocke (54, Grüne) fände es richtig, zu prüfen, "ob und wie die Öffentlichkeit informiert wird". Etwas ratlos ist Susanne Schaper (44, Linke): "Wir wissen nur, dass er krank und nicht da ist."

Ein Statement der Verwaltung wäre für CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (60) "sinnvoll". Jens Kieselstein (42, FDP) befürchtet: "Die Informationspolitik der Verwaltung schürt unnötig Spekulationen."

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Einen anderen Gedanken hat Jacqueline Drechsler (46, SPD): "Es wird wohl im Sinne Sven Schulzes sein, dass es keine Verlautbarung gibt."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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