Theater-Chefs gegen Opernhaus-Pläne der SPD: "Chemnitz ohne Schauspielhaus nicht vorstellbar"

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Chemnitz - Jetzt kocht die Debatte richtig hoch. Kurz vor Ostern hatte die SPD ein gemeinsames Dach von Oper und Theater in Chemnitz ins Spiel gebracht. Die Idee von Stadtrat Detlef Müller (61) kassiert seitdem eine Abfuhr nach der nächsten. Nach der Stadtspitze stellen sich nun auch Theaterleitung und Förderverein mit voller Wucht gegen das Modell.

Theater-Generalintendant Christoph Dittrich (59) macht sich seit Monaten für den Schauspielhaus-Neubau in Altchemnitz stark.
Theater-Generalintendant Christoph Dittrich (59) macht sich seit Monaten für den Schauspielhaus-Neubau in Altchemnitz stark.  © Uwe Meinhold

Generalintendant Christoph Dittrich (59) und alle Spartenchefs sprechen in einem gemeinsamen Brief an die Ratsfraktionen von "Fassungslosigkeit und Empörung". Für sie steht weit mehr auf dem Spiel als nur die Zukunft eines Gebäudes.

"Chemnitz ohne Schauspielhaus ist nicht vorstellbar", warnt die Theaterleitung. Würden Musiktheater, Ballett, Schauspiel, Figurentheater und Philharmonie tatsächlich auf eine Bühne gedrängt, hätte das laut Theater drastische Folgen: "Es würde mindestens die Halbierung des künstlerischen Angebots darstellen."

Derzeit gebe es rund 250 Veranstaltungen im Opernhaus und weitere 450 bis 500 im Schauspielhaus beziehungsweise Spinnbau. "Das Weihnachtsmärchen wäre undurchführbar, die Schultheaterwoche, die Theaterfestivals."

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Dazu komme ein technisches Grundproblem: "Das Opernhaus ist keine Schauspielbühne und kann auch keine werden." Schon zuvor hatte sich Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) ähnlich geäußert.

Kann das Opernhaus als Heimstatt für Theater und Oper werden?
Kann das Opernhaus als Heimstatt für Theater und Oper werden?  © Kristin Schmidt
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Julia Bombien (44) ist in der SPD-Fraktion kulturpolitische Sprecherin.
Julia Bombien (44) ist in der SPD-Fraktion kulturpolitische Sprecherin.  © Kristin Schmidt

Stadtrat Detlef Müller erhält Rückenwind von SPD

Stefan Tschök (69) vom Theater-Förderverein reagiert "mit Erstaunen und sehr großer Verwunderung" auf den SPD-Vorstoß.
Stefan Tschök (69) vom Theater-Förderverein reagiert "mit Erstaunen und sehr großer Verwunderung" auf den SPD-Vorstoß.  © Kristin Schmidt

Auch der Förderverein der Theater geht auf die Barrikaden. Dort ist von "Erstaunen und sehr großer Verwunderung" die Rede.

Vorstand Stefan Tschök (69) weist die Überlegungen "mit aller Deutlichkeit" zurück und warnt: "Wird solch ein Weg erst einmal beschritten, ist er unumkehrbar“ Besonders hart bleibt dieser Satz hängen: Es drohe am Ende "Theater nach Kassenlage".

Die SPD hält trotzdem an ihrer Grundidee fest. Kultursprecherin Julia Bombien (44) stellt klar, es handle sich nicht um einen Alleingang von Detlef Müller.

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Die Fraktion stehe grundsätzlich dahinter, "auch wenn es nicht alle exakt genauso sehen". Ihre Linie: Das Theater gehöre in die Innenstadt, der Spinnbau sei und bleibe eine Ausweichspielstätte.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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