Ausstellung in der Galerie Mitte: Angela Hampel zum 70.

Dresden - Wild, furchtsam, sanft und gelassen schauen ihre Figuren in die Welt. Paarweise schmiegen sie sich aneinander. Um Berührungen innen wie außen geht es in der Ausstellung "handsam" mit Malerei, Zeichnung und Druckgrafik von Angela Hampel zum 70. Geburtstag in der Galerie Mitte (bis 4. April).

Künstlerin Angela Hampel (70) vor einigen ihrer Bilder.  © Fotomontage/Lilli Vostry

Dort zeigt außerdem der Künstler Michael Klose unter dem Titel "Reflexion" seine Bilderlandschaften in wunderbar schwebenden Farben. Im Kabinett der Galerie sind die aktuellen Arbeiten - mit Acryl und sibirischer Kreide gezeichnet - von Angela Hampel zu sehen. Es sind Ausschnitte aus ihrem laufenden Werk, in denen es um die Licht- und Schattenseiten des Menschseins geht.

Hampel gehört zu den herausragenden Künstlerinnen in Ostdeutschland. In ihren Bildern setzt die Malerin sich in unverkennbar kraftvoller Handschrift mit menschlichen Beziehungen, Mann-Frau-Rollenbildern, Ohnmacht und Kraft des Weiblichen - oft in mythologischen Gleichnissen - auseinander.

"Die eigenen Wertvorstellungen behalten, hochhalten", ist ihr wichtig. Der Titel "handsam" bedeutet, dass es Handzeichnungen sind. "Quintessenz ist das freundliche, zärtliche Miteinander zwischen allen Lebewesen, die Anteilnahme, das Akzeptieren des anderen. Das Sosein. Dazu ist man kaum noch in der Lage", so Hampel.

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"Ich gehöre ja zu einer Generation von Menschen aus dem Osten, deren Werte am Verschwinden sind. Die Kunst auch mit einer gewissen Haltung machen und die Dinge anders sehen."

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Die Künstlerin macht deutlich: "Ich will die Leute berühren mit meiner Kunst"

Das Gemälde "Anlegestelle" von Michael Klose ist Teil der Ausstellung.  © Lilli Vostry

Es gebe auch so etwas wie Herzanstand, sagt sie: "Ich will die Leute berühren mit meiner Kunst. Mir geht es auch um die Verbindung von Mensch und Tier. Wir werden der Verantwortung nicht gerecht."

Dennoch malt und zeichnet sie weiter - mit Frühlingsbeginn auch wieder in ihrem Gartenatelier in Struppen bei Pirna. In Dresden gibt es bald eine Ausstellung zu christlichen Themen (ab 14. Juni, Bethlehemkirche), in ihrer Heimatstadt Kamenz hat sie eine Schau mit Zeichnungen aus der Serie "Laokoon" (ab 23. Juli, Malzhaus).

Über das Älterwerden sagt Angela Hampel ganz unsentimental: "Man muss es akzeptieren, auch um Hilfe fragen. Der Blick verändert sich, man weiß die kleinen Dinge mehr zu schätzen und die Zeit, wo nichts wehtut."

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Für die Welt wünsche sie sich Frieden, sagt die Malerin. "Wir versuchen ja, ein bisschen Schönheit in die Welt zu setzen. Das ist ja auch eine Lebensaufgabe."

Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Auch samstags können sich Besucher die Werke ansehen (10 bis 14 Uhr).

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