Da droht Stau-Chaos: Brücke Budapester Straße bleibt bis zu drei Monate dicht

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Dresden - Weil sich laut Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) viele Lasterfahrer nicht an die Tonnagebeschränkung (bis 7,5 Tonnen) auf der Brücke Budapester Straße hielten, musste das Bauwerk im Abschnitt Ammonstraße wegen Einsturzgefahr voll gesperrt werden. Aus der erhofften kurzfristigen Lösung wird jedoch nichts: Das Bauwerk muss wochenlang gesperrt bleiben, bis die geplante Notstütze steht.

Die zweizügige Brücke Budapester Straße ist Dresdens neues Sorgenkind, muss für Wochen gesperrt bleiben.
Die zweizügige Brücke Budapester Straße ist Dresdens neues Sorgenkind, muss für Wochen gesperrt bleiben.  © Steffen Füssel

Die Umleitungen mit Stau-Ärger werden die Dresdner noch mindestens sechs bis zwölf Wochen lang ertragen müssen. So lange werde es laut Kühn dauern, Schwerlaststützen mit Pressen im Bereich zweier Brückenpfeiler nahe der Ammonstraße zu errichten.

Diese sollen das Bauwerk dauerhaft unterstützen, damit die Brücke weiter auf Schäden untersucht werden und der Verkehr eingeschränkt wieder rollen kann. Bei Materialproben nach Anschlagen der Schallüberwachung hatte die Stadt sieben frische Drahtbrüche allein in dem kritischen Bereich festgestellt.

Doch das ist nur die erste "Wundversorgung". Mittelfristig soll "eine ultrahochfeste Betonplatte mit zusätzlicher Längsbewehrung" eingesetzt werden, was laut Brücken-Experte Steffen Marx (56) rund zehn Millionen Euro kosten könnte.

Seit heute: Abschnitt auf Brücke Budapester Straße komplett dicht - Umleitung!
Dresden Baustellen Seit heute: Abschnitt auf Brücke Budapester Straße komplett dicht - Umleitung!

"Da kommt was auf uns zu", so Kühn mit Blick auf die noch fehlende Finanzierung.

Der kritische Brücken-Bereich ist im Abschnitt Ammonstraße.
Der kritische Brücken-Bereich ist im Abschnitt Ammonstraße.  © Thomas Türpe
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Nachdem die Schallüberwachung angeschlagen hatte, wurden Materialproben aus dem Bauwerksinneren ausgewertet.
Nachdem die Schallüberwachung angeschlagen hatte, wurden Materialproben aus dem Bauwerksinneren ausgewertet.  © Steffen Füssel
Im Bereich dieser Pfeiler wurden Drahtbrüche im Spannbeton festgestellt.
Im Bereich dieser Pfeiler wurden Drahtbrüche im Spannbeton festgestellt.  © Steffen Füssel
Die städtischen Arbeiten zur Errichtung einer Notstütze laufen bereits.
Die städtischen Arbeiten zur Errichtung einer Notstütze laufen bereits.  © Thomas Türpe

SPD spricht von Millionendesaster

Auf einer Pressekonferenz informierte Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne, r.) über die Lage. Zugeschaltet war Brücken-Experte Steffen Marx (56).
Auf einer Pressekonferenz informierte Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne, r.) über die Lage. Zugeschaltet war Brücken-Experte Steffen Marx (56).  © Norbert Neumann

Gerüchte, die Sperrung sei erfolgt, um Druck auf die Befürworter einer vierspurigen Carolabrücke (ein zweispuriger Neubau würde Geld sparen, was für die Reparaturmaßnahmen der neuen Problembrücke genutzt werden könnte) auszuüben, wies die Verwaltung zurück. "Die Sperrung steht dazu in keinem Zusammenhang, war eine kritische Entscheidung", so Straßenbauamtsleiterin Simone Prüfer (60).

Die SPD spricht von einem Millionendesaster. "Wer trotz der Zusatzkosten für die Budapester Straße an einer unnötig breiten und damit teureren Carolabrücke festhält, handelt finanzpolitisch unverantwortlich", teilte SPD-Stadtrat Stefan Engel (33) mit.

Das Geld für die jetzt schnell benötigten Notstützen werde man laut Kühn aber zusammenbekommen. Letztlich plant die Stadt, die Brücke Budapester Straße noch mindestens zehn Jahre nutzbar zu halten und dann einen Ersatzneubau zu errichten.

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Ob der Verkehr bis dahin aber wieder komplett ohne Einschränkungen (Tempolimit, Tonnagebegrenzung, Spursperrung) fahren darf, darf bezweifelt werden.

Titelfoto: Steffen Füssel

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