"Ich schließe den Laden": Sperrung auf der Pillnitzer Landstraße sorgt für Ärger bei Händlern

Dresden - Mit Beginn der Sommerferien starten in Dresden nicht nur sechs Wochen schulfreie Zeit, sondern auch zahlreiche Straßenbauarbeiten. So auch auf der Pillnitzer Landstraße, die für die gesamte Zeit dichtgemacht wird.

Die gesamten Sommerferien ist der 270 Meter lange Abschnitt der Pillnitzer Landstraße gesperrt.  © Petra Hornig

Während die Stadt gerade die Ferien gern für große Baumaßnahmen nutzt, bereitet die Vollsperrung ansässigen Händlern nun Kopfzerbrechen.

Auf dem 270 Meter langen Abschnitt zwischen Altwachwitz 1 und der Hausnummer 158 müssen der Fahrbahnbelag sowie die Entwässerungsanlagen erneuert werden. Selbst Anwohner erreichen ihr Zuhause nur zu Fuß.

Für ihre Naturfarben-Werkstatt rechnet Anka Böhtig (59) mit "enormen Umsatzeinbrüchen". Durch die weite Umleitung über Bühlau und Rossendorf werde die gewohnte Laufkundschaft ausbleiben. "Zum großen Problem werden vor allem die Warenanlieferungen."

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Denn auf der angrenzenden Staffelsteinstraße sind Fahrzeuge über 3,5 Tonnen verboten. "Welche Spedition fährt denn diesen riesigen Umweg?", fragt die Chefin. Während der ersten und letzten Ferienwoche bleibt das Geschäft geöffnet.

"In den vier übrigen Wochen nimmt meine Mitarbeiterin unbezahlten Urlaub und ich schließe den Laden." Sie versucht dennoch, das Beste aus der Situation zu machen. "Wir nutzen die Zeit für Reparaturen und Umbauarbeiten." Direktlieferungen vom Hersteller zum Kunden sowie eine Abholbox vor dem Laden sollen den Verkauf zumindest teilweise aufrechterhalten. Unterstützung oder Lösungen vonseiten der Stadt? Fehlanzeige!

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Unternehmerin Anka Böthig (59) wird ihren Laden für vier Wochen zuschließen.  © Petra Hornig
Auch Obstbauer Robert Rüdiger (42) rechnet mit viel weniger Kundschaft.  © Petra Hornig

Händler besorgt wegen Vollsperrung der Pillnitzer Landstraße

Das bemängelt auch Obstbauer Robert Rüdiger (42), der nur durch seinen Nachbarn von der Sperrung erfuhr. "Wir haben es durch die aktuelle Wirtschaftslage sowieso schon schwer genug. Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadt vorher mit den Anwohnern spricht" erklärt er. "70 Prozent meiner Kunden kommen vom Blauen Wunder und werden den Umweg nicht fahren."

Um wenigstens einen Teil der Beeren zu verkaufen, hatte Rüdiger das Pflücken der Johannisbeeren früher gestartet, obwohl das der Ernte schaden kann. "Im Notfall muss ich den Hof für einige Zeit schließen", sagt der Obstbauer. "Ich verstehe, dass man es nicht jedem recht machen kann. Aber die Baustelle fällt genau in unsere Hauptsaison."

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