Dresdner Philharmonie präsentiert neue Spielzeit: Es wird paradiesisch
Dresden - Brechen für die Dresdner Philharmonie paradiesische Zeiten an? Zumindest steht die neue Saison unter dem Motto "Paradiese". Am Donnerstag wurde das Programm der neuen Spielzeit im Kulturpalast präsentiert.
Zuvor verwies Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke) auf eine Dekade des wiedereröffneten "wunderbaren Konzertsaales", die in der Saison 2026/27 zu feiern sei.
Klepsch: "Der neue Kulturpalast ist ein Erfolgsmodell für die Landeshauptstadt, weil die Dresdner Philharmonie Orchestermusik in Exzellenz wie Vielfalt und mit herausragenden Künstlern erlebbar werden lässt."
Das zeigen die Zahlen der Vorsaison: Die Auslastung betrug 89,9 Prozent, es kamen 206.585 Besucher zu 203 eigenen Veranstaltungen; 20.000 mehr als im Jahr davor. Besonders erfreulich: Schulkonzerte hatten 54.493 junge Besucher erreicht (2024 waren es 36.428 Schüler.)
Auf dem Spielzeitheft prangen Vögel und bunte, saftig schwellende Blumen. Man habe die Saison ganz bewusst unter das Motto "Paradiese" gestellt, sagt Intendantin Frauke Roth (58): "Damit meinen wir nicht in erster Linie idealisierte Rückzugsorte, sondern kulturelle, gesellschaftliche und individuelle Entwürfe von Glück, Freiheit und Zugehörigkeit, ebenso wie deren Bedrohung oder Verlust."
Mit Verweis auf das Gedicht "Alles beginnt mit der Sehnsucht" der Lyrikerin Nelly Sachs sagt Roth: "Immer ist im Herzen Raum für mehr." Sie sagt aber auch: "Wir können mit unserer Musik nicht die Welt retten, aber wir können Sehnsüchte wecken." Auch wenn die Welt nicht immer paradiesisch sei.
Neue Spielzeit im Kulturpalast: Vorverkauf beginnt am 18. März
Chefdirigent Sir Donald Runnicles (71) greift den "Raum für mehr" auf: "Die Vorstellung vom Paradies als Sehnsuchtsort, als verlorene Heimat oder als trügerisches Ideal hat Komponisten aller Epochen beschäftigt. Für mich liegt der Reiz dieses Saisonmottos darin, dass es keine einfachen Antworten gibt."
Musik könne Paradiese entwerfen, sie hinterfragen oder auch zerstören. Mit dem Orchester und dem Publikum wolle er "Räume öffnen, in denen Musik nicht nur erklingt, sondern etwas auslöst – Momente, die man vielleicht als paradiesisch bezeichnen kann".
Jubiläen gilt es zu feiern. Zum einen den 200. Todestag Beethovens, aber auch zehn Jahre Konzertsaal und Kurt-Masur-Akademie sowie den von ihm vor 60 Jahren gegründeten Philharmonischen Chor.
Bereits zur Saisoneröffnung bleibt man mit Ottorino Respighis "Pini die Roma" und der "Carmina Burana" von Carl Orff unter der Runnicles Leitung nah am Motto der Saison. Der renommierte Künstler wie die Geigerinnen Patricia Kopatchinskaja und Julia Fischer, ihr Kollege Christian Tetzlaff, das Duo Katia und Marielle Labèque sowie die Pianisten Emanuel Ax, Fazıl Say und viele andere Glanz verleihen.
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Wiederaufnahme der "Eins-zu-Eins"-Konzerte
Runnicles freut sich besonders über den Composer in Residence, James MacMillan: "Einer der besten britischen Komponisten." Die deutsche Erstaufführung seiner Sechsten Sinfonie steht an, auch sein Werk "Veni, Veni, Emmanuel". Runnicles: "Ich kann Ihnen nur raten: Verpassen Sie das nicht!" Als Palastorganistin ist Iveta Apkalna zu erleben, als Artist in Residence wird Pianist Kirill Gerstein sämtliche Klavierkonzerte Beethovens interpretieren. Ein Spotlight richtet sich auf Georgien. Dafür wurde die Geigerin Lisa Batiashvili als Kuratorin und Künstlerin gewonnen.
Orchestervorstand Robert-Christian Schuster (48) kündigte die Wiederaufnahme der "Eins-zu-Eins"-Konzerte an, sowie das neue Format "Mittendrin", in dem Gäste bei Proben der Ersten Gastdirigentin Tabita Berglund zwischen den Musikern sitzend den "Maschinenraum Orchester" unmittelbar erfahren können.
Der Vorverkauf beginnt am Mittwoch, 18. März.
Titelfoto: Holm Helis

