Dieser "Zauberer" leiht Harry Potter in Dresden seine Magie

Dresden - Harry Potter bezaubert! Nach den Büchern und elf Filmen sorgt jetzt die Harry-Potter-Ausstellung mit Original-Filmrequisiten und -kostümen weltweit für Furore. Die einzige Schau in Ostdeutschland lockt seit Dezember täglich bis zu 3000 Fans nach Dresden. Projektleiter Tobias Sybel (29) ist selbst Harry-Potter-Fan und musste für die Vorbereitungen wie sein Idol manchmal viel zaubern. Dass die Ausstellung pünktlich in Dresden eröffnen konnte, glich einem Zauberkunststück. Größte Herausforderungen: Zeitdruck und das Weihnachtsfest!

"Mister Harry Potter" vorm Eingangstor zur "Kammer des Schreckens": Tobias Sybel (29), Projektleiter von Semmel Concerts Entertainment, ist in Nürnberg aufgewachsen, hat in Bayreuth studiert, zog erst nach Köln und München und wohnt seit Juni als Wahl-Leipziger in Sachsen.  © Eric Münch

Es war Schock und Ehre zugleich. "Erst am 17. November vergangenen Jahres habe ich gleich an meinem ersten Arbeitstag nach einem Urlaub erfahren, dass ich Projektleiter in Dresden werden soll", erzählt Sybel. "Das war nicht mal vier Wochen vor der geplanten Ausstellungseröffnung." Üblich ist sonst ein halbes Jahr Vorlauf für so eine umfangreiche Präsentation.

Grund für den Schnellschuss: Ursprünglich sollte der Zauberlehrling in den Niederlanden Station machen. Doch Abstimmungsschwierigkeiten durchkreuzten den Plan und Hollands Leid wurde Sachsens Freud. "In einer Konferenz wurde spontan Dresden als neuer Ausstellungsort vorgeschlagen", verrät Sybel.

Als er schon ein paar Tage später den Schlüssel für die 2500 Quadratmeter große Messehalle in der Hand hielt, hieß es: Brandschutzkonzept prüfen, Hallendesign anpassen, die Fenster für die typisch schummerige Harry-Potter-Atmosphäre mit Platten und Stoffen verdunkeln, Showlichter setzen und fehlende Schrauben sowie Karabiner kurzerhand bei Hornbach beschaffen.

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Außerdem mussten Flyer gedruckt werden.

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Die Schau bietet viele Kulissen für Selfies: Hier im legendären "Schrank unter der Treppe" aus Harrys Kindheit kann man sich ebenfalls fotografieren lassen.  © Eric Münch
Mit einem Chip-Armband durch die Ausstellung: Am Eingang kann man unter anderem sein Lieblingshaus und einen passenden Zauberstab aussuchen.  © Eric Münch

Drache und Feuerkelch kommen angeschlagen in Dresden an

Nach Reparatur wieder wie neu: Ausstellungsleiter Robert Wenzel (38) inspiziert die Ausbesserungsarbeiten am Feuerkelch.  © Eric Münch

Mit großer Dringlichkeit wurden über 50 Schiffscontainer vom Hafen Rotterdam in der sächsischen Hauptstadt erwartet. Sybel: "Sie kamen direkt aus Abu Dhabi, wo die Ausstellung noch bis zum 21. September 2025 zu sehen war." Doch einer fehlte. "Ausgerechnet der Container mit speziellen Motivteppichen ließ auf sich warten." So musste der Aufbau im Erlwein Forum an der neuen Messe förmlich von oben nach unten erfolgen - also zuerst die Wände und zum Schluss der Teppich, auf dem sie stehen. Dieses seitenverkehrte Zauberkunststück gelang zum Glück einer Dresdner Messebaufirma.

Doch es sollte - genau wie in den heftigen Dramaturgien der Harry-Potter-Filme - nicht beim Teppichtrouble bleiben. Beim langen Transport auf dem Wasserweg wurde auch ein absolutes Highlight der Ausstellung ramponiert: Der Ungarische Hornschwanz - angeblich die gefährlichste aller Drachenrassen aus dem Film "Harry Potter und der Feuerkelch" - war auf der Reise flügellahm geworden. "Der legendäre Drache hatte wohl unter den hohen Temperaturen in den Containern gelitten und war an den Flügeln beschädigt und aufgebrochen", sagt Sybel.

Und auch der Feuerkelch kam angeschlagen in Dresden an. In der ausstellungseigenen mobilen Werkstatt im Erlwein Forum konnte der Drache in tagelanger mühevoller Detailarbeit vom Art Director (Künstlerischer Leiter) wieder aufgepäppelt werden. Sybel: "Der Feuerkelch ließ sich innerhalb von zwei Tagen fixen."

Büßte auf dem Transportweg magische Kräfte ein: Der mächtige Ungarischer-Hornschwanz-Drache musste nach Beschädigungen am Flügel in Dresden geflickt werden.  © Eric Münch

70-köpfiges Aufbauteam arbeitet an "Harry Potter"-Ausstellung in Dresden

Live-Duell im Kampf mit dem Zauberstab: Projekt- (l.) und Ausstellungsleiter duellieren sich beim "Final Battle of Hogwarts".  © Eric Münch

Die Filmkleider und -Kostüme waren besser durch den Transportstress gekommen, wurden faltengenau um Puppen drapiert. "Regelmäßig ließ sich der Lizenzgeber Warner Bros. Entertainment bei Video-Calls aus den USA über den Stand der Vorbereitungen unterrichten - am Ende täglich", sagt Sybel. Der erlegte sich für die bislang stressigste Zeit seines Lebens eine Sechs-Tage-Woche auf, verzichtete auf Mittagessen und telefonierte sich täglich die Finger wund.

"Erschwerend wirkte sich zudem die Adventszeit aus. Während des Striezelmarktes war es schwierig, in Dresden Hotelzimmer für unser über 70-köpfiges Aufbauteam zu finden. Auch Hebebühnen und Lifte waren für die Weihnachtsmärkte ausgebucht", erinnert er sich. Dann erwischte einige Kollegen auch noch die Grippe.

Am Ende schaffte es eine Armada von Arbeitern im Akkord zum Rekord: Designer, Tischler, Audio- und Mediatechniker, Elektriker, Toningenieure, Marketingmanager und viele fleißige Stagehands (Bühnenhelfern) gewannen den Kampf gegen die Zeit. "Am 19. Dezember konnte die Ausstellung planmäßig eröffnet werden", sagt Tobias Sybel erleichtert.

Für die einen perfektes Management, für die anderen ein Stück Magie wie von Zauberhand. Harry Potter wäre stolz gewesen.

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Heiratsantrag bei Harry Potter - und wir verlosen Tickets!

Heiratsantrag zwischen Superfans: Christoph Uhlig (33) überraschte seine schwangere Freundin Rebekka Schwarz (29) mitten in der Ausstellung mit einem Antrag - und sie hat "Ja!" gesagt.  © Thomas Türpe

Alles, was in der Wanderausstellung gezeigt wird, sind authentische Original-Kostüme und -requisiten aus den elf Filmen. "Immerhin wurde für die Sets vieles mehrfach angefertigt, damit die Dreharbeiten vor Ort nicht wegen eines beschädigten Requisits abgebrochen werden müssten", erklärt Tobias Sybel.

Am Anfang wählen Besucher ihr eigenes Hogwarts-Haus (Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw oder Slytherin), den passenden Zauberstab und einen eigenen magischen Schutzgeist Patronus. Man kommt ins Hogwarts-Klassenzimmer, kann Zaubertränke brauen und im Gewächshaus der Kräuterkunde eine Alraune pflanzen.

Ach, Ihr seid nicht ganz sattelfest in Sachen Zauberlehrling? Dann hilft der Audioguide weiter oder man fragt beim Personal nach: "Wir haben unser Team zwei Tage lang geschult. Jeder sollte wenigstens den ersten Film gesehen haben", sagt der Dresdner Ausstellungsleiter Robert Wenzel (38). "Jeder fünfte Besucher kommt übrigens stilecht mit Zauberstab und Zaubermantel in die Ausstellung." Am Donnerstag sollte Harry Potter sogar Zeuge bei einem Heiratsantrag sein.

Stilecht gab's einen Ring mit smaragdgrünem Stein, der farblich für ihr Lieblingshaus Slytherin steht. Das Pärchen aus Chemnitz war schon an Original-Drehorten wie Edinburgh und London.  © Thomas Türpe

Ihr seid auch Harry-Potter-Fans und habt Lust auf die Ausstellung? Wir verlosen 3 x 2 Tickets für die Ausstellung in Dresden. Schreibt einfach per E-Mail an gewinnspiel@tag24.de oder per Postkarte an Morgenpost am Wochenende, Ostra-Allee 18, 01067 Dresden. Stichwort/Betreff: "Harry Potter". Einsendeschluss ist Dienstag, der 27. Januar. Viel Glück und spannende Einblicke hinter die Kulissen des Zauberlehrlings!

Die Ausstellung läuft noch bis 3. Mai 2026. Tickets ab 29,90/24,90 Euro.

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