Vier Stile, acht Paare, eine Mission: Bei dieser Party in Dresden wird der Tanz zur Droge
Dresden - Zum ersten Mal wird beim Internationalen Dixieland Festival hinter vorgehaltener Hand getuschelt. Es geht um Geheimworte, verdeckten Alkoholausschank und Rivalität unter Tanzpaaren. Denn das neue Spektakel des swingenden Festivals ist eine Prohibitionsparty am 16. Mai (20 Uhr) im Parkhotel.
Wenn im Ballsaal Jazz durch die Luft flimmert, sich die Gäste unauffällig Cocktails in die mitgebrachte Tasse füllen lassen, dann halten die 1920er- bis Anfang 1930er-Jahre Einzug. Mittendrin liefern sich acht Tanzpaare ab 21 Uhr einen einstündigen "Kampf" auf dem Parkett.
Jeweils zwei Salsa-, Tango-, Standard- und Lindy-Hop-Paare durchpflügen den Saal, tanzen in ihrem Stil durch alle vier Tanzrichtungen. "Genau das ist die Herausforderung, wenn ein Tango-Paar sich zum Lindy Hop bewegen muss", ist Jens Rahnfeld (48) auf den Ausgang des Wettstreites gespannt.
Seit 20 Jahren hat sich der Rettungsschwimmer dem Lindy Hop verschrieben, gibt im Dresdner "Jam Circle" (Zentralwerk, Riesaer Straße) Swingtanzkurse und hat auch beim Battle der Prohibitionsparty den Hut auf.
"Ich habe mich in der Szene nach Mitstreitern umgehört, Musik ausgesucht und am Konzept des Wettstreites gefeilt", verrät Rahnfeld bei der Battle-Probe im Parkhotel.
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Eine Stunde stehen die 16 Tänzer unter Beobachtung
"Es gibt rund 300 Leute in der Dresdner Swing-Szene, darunter 60 bis 100 aktive Tänzer", weiß seine Tanzpartnerin Madlen Paul (32). Auch sie gibt Kurse im Tanzclub Jam Circle.
Zwischen zwei Trainingsrunden verrät Denise Hausmann (42): "Ich wollte beim Hochzeitstanz Verschiedenes ausprobieren und bin dabei vor zwölf Jahren beim Swing hängengeblieben."
Bei der Prohibitionsnacht an ihrer Seite: Jan Herlitzius (39), ein freier Tanzlehrer. Er hat sein Netzwerk des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (ADTV) genutzt, um weitere zwölf Turniertänzer, Tango-Spezialisten und Salsa-Enthusiasten für den Wettstreit zu gewinnen.
Eine Stunde stehen die 16 Tänzer unter Beobachtung - von Jury und über 1000 erwarteten Gästen. "Wer gewinnt, ist eigentlich egal, wir wollen in dieser Nacht die Lust am Tanzen wecken", so Rahnfeld.
Infos/Tickets (49 Euro) für die Prohibitionsparty gibt's unter: dixielandfestival-dresden.com.
Titelfoto: Eric Münch

