Warum Dresden Matthias Reim so verdammt liebt
Dresden - Verdammt, er liebt Dresden einfach! Und Dresden liebt ihn! Was war das für ein starker Auftakt in den Dresdner Open-Air-Sommer am Rande des Großen Gartens. Matthias Reim (68) brachte die rappelvolle "Junge Garde" bei sommerlichen Temperaturen am Freitag zum Beben. Und bespaßte nebenbei noch Hunderte Wiesengäste, die den Sound auf Decken im Umfeld genossen.
Das Konzert war anders als andere. Denn Reim (ganz in Schwarz gekleidet) hämmerte nicht wahllos durch sein persönliches Musikarchiv, sondern startete mit zehn Songs seines allerersten Albums.
Das sorgte 1990 für Furore, wobei der Blondschopf verriet, dass er nach seinem Mega-Erfolg "Verdammt ich lieb' dich" von der Plattenfirma schon beinahe zum Album gedrängt worden war: "Ich hatte dafür wirklich nur sechs Wochen Zeit."
Und so spielte er das Album in genau der Reihenfolge ab, wie es vor 36 Jahren auf Schallplatte mit A- und B-Seite erschienen war. Ungewöhnlich, aber saucool.
Dass der Chartstürmer mittlerweile Generationen verbindet, zeigte die bunte Gästemischung. Vermehrt natürlich Leute jenseits der 40, stramme Herren im Camp-David-Polo, allerdings auch Teenager im weißen Fanshirt (Aufdruck: "I love Matze").
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Matthias Reim schwärmte immer wieder von Dresden und dem genialen Wetter
So wie Leonie, gerade 18 und mit seiner poppigen Schlagermusik groß geworden: "Ich bin das erste Mal zu einem Konzert von ihm. Es ist grandios."
Sie war mit Mama Nicole (43) in die Garde gekommen, die ihre Tochter erst auf den Geschmack gebracht hatte: "Leonie muss die Musik daheim immer hören. Matthias Reim ist einfach geil." Fatal: Als Reims größter Hit die Radiosender eroberte, war auch Mama Nicole gerade mal in der ersten Klasse. "Und so wurde auch ich mit seinen Liedern groß, weil meine Mutti auch die Musik hörte ..."
Reim schwärmte immer wieder von Dresden und dem genialen Wetter ("Vor einer Woche am Bodensee hab' ich mir noch den Arsch abgefroren"). Mal eine sanfte Ballade, mal ein rockiges Stück mit Gitarrensolo. Und eben mit ihm als Hauptperson, ein Mensch, in dem sich offenbar viele wiederfinden.
Eine Karriere mit viel Auf und Ab, Frauengeschichten, Geldproblemen, spätem Vaterglück. Alles Dinge, die sich auch in seinen Texten wiederfinden. Der laue Abend (mit Ballons am Himmel) steigerte sich bis zum grandiosen Finale ("Idiot" und natürlich noch mal "Verdammt ich lieb' dich") und vielen aktuelleren Stücken. Matthias Reim darf gern wiederkommen. Dresden wird ihn wieder lieben. Verdammt!
Titelfoto: Montage: Petra Hornig (2), privat

