Dresden - Wenige Tage vor dem Start der 49. Dresdner Musikfestspiele (14. Mai bis 14. Juni) verzeichnet das Programm 23 von 64 Konzerte als ausverkauft. Der Vorverkauf "im sechsstelligen Bereich" sei besser als im Vorjahr (95 Prozent Gesamtauslastung), sagt Intendant Jan Vogler (62). In Zeiten nachlassenden Engagements der öffentlichen Kassen ein bemerkenswerter Erfolg.
"Wir müssen die Relevanz der Kultur genauso verteidigen wie die der Wirtschaft", so Vogler. Trotz des stetig wachsenden Erfolgs der Dresdner Musikfestspiele in den zurückliegenden Jahren spüre er, dass es schwieriger geworden ist, internationale Künstler zu verpflichten. Vogler: "Wir stehen stark im Wettbewerb."
6,6 Millionen Euro beträgt das Budget für den Jahrgang, nur noch 890.000 Euro davon kommen von der Stadt.
Die Differenz wird erfüllt von Eigeneinnahmen aus Kartenverkäufen, Sponsorengeldern oder Spenden in teilweise erheblicher Höhe, wie aktuell die aus den USA stammende 1,7-Millionen-Euro-Unterstützung für den abschließenden Teil "Götterdämmerung" des historisch informierten Großprojekts "The Wagner-Cycles".
Dank der Unterstützung schon für vorangegangene Teile des Wagner-Projekts habe sich der Festspiel-Etat über die Jahre praktisch verdoppelt, rechnet der Intendant vor.
Dabei gehe es nicht darum, mit dem Festival Gewinne zu erzielen, sondern "noch mehr Kultur zu machen". Kultur und Leichtigkeit seien wichtig in Zeiten, "die nicht so leicht sind", weshalb das Motto des Jahrgangs "Leichtigkeit des Seins" lautet. Vogler: "Wir wollen eine positive Botschaft aussenden."
Intendant Vogler gleich viermal als Solist im Programm vertreten
Das Festivalprogramm 2026 ist reich an Höhepunkten aus unterschiedlichen Musikgenres, darunter zwei Konzerte des London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Edward Gardner mit Werken von Edward Elgar, das erste mit Solistin Nicola Benedetti ("Konzert für Violine und Orchester", Sinfonie Nr. 1), das zweite mit Solist Jan Vogler ("Konzert für Violoncello und Orchester", Sinfonie Nr. 2).
Vogler ist als Solist viermal im Programm vertreten - außerdem im Eröffnungskonzert mit Dutilleuxs Cellokonzert "Tout un monde lointain...", in der "Langen Nacht des Cellos" mit 15 Kolleginnen und Kollegen sowie im Programm "New Worlds" (zusammen mit Mira Wang, Vanessa Perez und Bill Murray), das 2017 bei den Musikfestspielen Uraufführung hatte.
Bei "Late Night Baroque", mit Cellokonzerten von Antonio Vivaldi, tritt Vogler als Moderator auf.
So wie "New Worlds" sich gegenüber der Uraufführung stark verändert habe, sei auch das Festivalprogramm im Ganzen voller Neuerungen, sagt Jan Vogler. Die angestammte Veranstaltungsreihe "Classical Beats" etwa entfällt.
Beim traditionellen Konzert "Dresden singt und musiziert" an der Brühlschen Terrasse treten erstmals nicht Chöre auf, sondern die Dresdner Coverband Manina, die ihrerseits einlädt, "mitzusingen, zu tanzen und gemeinsam die Musik zu genießen".