Alle kennen Zwergschnauzer-Dame Frieda: Die Neustadt verliert buntesten Hund

Dresden - Frieda (5) ist wohl der berühmteste Hund der Neustadt. Immerhin buddelte die Zwergschnauzer-Dame beim Gassigehen das historische Relief der Carolabrücke am Elbufer aus und rettete eingeklemmte Waschbär-Babys aus einem Gully. Nun verlässt Frieda ihr Revier an der Görlitzer Straße. Denn Herrchen Ralf Liebscher (51) gibt aus gesundheitlichen Gründen nach über sieben Jahren seine Bar "Saxxim" ab.

Noch-Barchef Ralf Liebscher (51) nimmt seine knapp fünfjährige Zwergschnauzer-Dame Frieda täglich mit ins "Saxxim".  © Holm Helis

Frieda kann also bald nicht mehr in der Sonne vor der Bar sitzen oder auf dem Fußweg rumstrolchen. "Meine Stammgäste lieben Frieda, manche kommen nur ihretwegen in die Bar", gesteht Liebscher.

Dort, in der Görlitzer Straße, ist Frieda mittwochs bis samstags ab 19 Uhr anzutreffen. "Sie ist 24 Stunden am Tag an meiner Seite." Noch.

Denn ab 1. April übernimmt Jiri Malis (34) die Bar, Ralf und Frieda begleiten ihn noch drei Monate, am 27. Juni schmeißen sie ihre Abschiedsparty.

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"Nach zwölf Jahren gönne ich mir dann meinen ersten Urlaub. Ich weiß noch nicht, wohin es geht, und auch nicht, was ich danach mache. Es wird sich finden. Natürlich bleibt Frieda an meiner Seite", so Liebscher.

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Die Bar "Saxxim" in der Görlitzer Straße. Davor nannte sich die Kneipe "Schluckspecht" und "0815".  © Holm Helis
Jiri Malis (34, l.) übernimmt von Ralf Liebscher am 1. April die Neustadt-Bar "Saxxim".  © Holm Helis
Dieses Gusseisen-Relief der alten Carolabrücke schlummerte im Elbschlamm.  © Hentschke Bau GmbH

Konzept der Bar bleibt

Zwergschnauzer Frieda "entdeckte" das Gusseisen-Relief an der Carolabrücke.  © privat

Jiri dagegen hat schon einen Plan: "Ich werde sechs Tage in der Woche ab 19 Uhr öffnen, nur dienstags bleibt die Bar geschlossen." Der langjährige Bahnbegleiter erfüllt sich mit der Neustadt-Bar einen Traum.

"Vor 13 Jahren bin ich mit einer Lidl-Plastiktüte nach Deutschland gekommen", kann es Jiri kaum fassen. "Das Konzept der Bar bleibt, die Stammgäste hoffentlich auch. Ich möchte kleine Snacks aus Tschechien anbieten."

Jiri will "Ertrunkene Wurst" oder "Eingelegten Hermelin" anbieten - kalte Spezialitäten aus seiner Heimat. "Natürlich würde ich auch gern Budweiser zapfen." Aber das ist noch Zukunftsmusik.

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Übrigens: Auch Jiri hat ein Haustier. "Einen Hasen namens Karel, aber den kann ich nicht mit in die Bar nehmen", lacht Jiri.

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