Dresden plant neue Eigenbetriebe in der Kultur

Dresden - Die Kulturlandschaft der Stadt Dresden steht vor einem organisatorischen Umbau. Die Stadtverwaltung plant, mehrere kommunale Kultureinrichtungen neu zu strukturieren und in zwei Eigenbetriebe zu überführen.

Das Festspielorchester der Dresdner Musikfestspiele im Kulturpalast, der das Zuhause der Dresdner Philharmonie ist - im Eigenbetrieb werden beide Institutionen näher zusammenrücken.  © Oliver Killig

Hintergrund ist die angespannte Finanzlage der Stadt. Steigende Ausgaben und begrenzte Einnahmen setzen den Haushalt unter Druck, der kommende Doppelhaushalt 2027/28 ist eine große Herausforderung – auch für Theater, Orchester und Festivals.

Die Verwaltung verbindet mit der Neuordnung das Ziel, Verwaltungsaufgaben zu bündeln, Doppelstrukturen abzubauen und die Kosten besser zu steuern. Geplant ist die Gründung von zwei Eigenbetrieben im Kulturbereich.

Eigenbetriebe sind organisatorisch selbstständige Einheiten innerhalb der Stadtverwaltung, die eigenständig wirtschaften und größere operative Eigenverantwortung haben. In Dresden gibt es schon Eigenbetriebe, unter anderem für Sport oder Kindergärten. Auch das Heinrich-Schütz-Konservatorium ist Eigenbetrieb.

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Nach aktueller Planung soll nun ein Eigenbetrieb die städtischen Bühnen bündeln, darunter die Staatsoperette, das theater junge generation (tjg) und das Festspielhaus Hellerau.

Ein zweiter Eigenbetrieb soll die Dresdner Philharmonie und die Musikfestspiele zusammenführen.

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Kommt es im kulturellen Bereich bald zu weiteren Einsparungen?

Auch vor Dresden machen die steigenden Kosten nicht halt. (Symbolfoto)  © 123RF/ydkenal

Vergangenen März hatte der Stadtrat beschlossen, nach Synergien im Kulturbereich zu suchen, im November legte OB Dirk Hilbert (54, FDP) sich und die Stadtverwaltung auf die beschriebene Variante fest. Als voraussichtlicher Gründungstermin für die beiden Eigenbetriebe ist der 1. Januar 2027 ausgewiesen.

Bei allen betroffenen Institutionen geht es um "Erhalt und Fortführung", bei der Philharmonie sogar bezogen auf qualitative Vorgaben, nämlich "Größe & Exzellenz" des Orchesters.

Mehr Effizienz sei dafür nötig, heißt es. Wie hoch das Einsparpotenzial tatsächlich sein wird, ist offen. 80 Prozent der Aufwendungen für die betroffenen Kulturinstitutionen seien Personalkosten, das Personal bei der Größe der Bühnen notwendig, so Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke) zur TAG24-Redaktion: "Synergien im Sinne von Einsparungen werden sich gegebenenfalls in den nächsten Jahren hinsichtlich des Ressourceneinsatzes ergeben bei weiter steigenden Kosten."

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Bis Juli sollen für die künftigen Eigenbetriebe Organigramm, Stellenplan, Satzungen, Geschäftsordnung, Wirtschaftsplan und Eröffnungsbilanz erstellt werden, ebenso eine Gewinn- und Verlustrechnung.

Anschließend geht die Planung in die Gremien und Ausschüsse. Am 27. November soll der Stadtrat die neue Struktur absegnen.

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