Jan Vogler bleibt Intendant der Dresdner Musikfestspiele: "Noch kein Ende der Fahnenstange"
Dresden - Verlängerung besiegelt: Der Cellist Jan Vogler (62) bleibt an der Spitze der Dresdner Musikfestspiele. Am Freitag unterzeichnete er mit Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (54, FDP) im Foyer des Stadtforums die Verträge.
Damit wird Vogler die Dresdner Musikfestspiele weitere fünf Jahre als Intendant leiten. Das hatte der Stadtrat in seiner Sitzung am 25. Juni bestätigt. Die neue Amtszeit beginnt am 31. Oktober und endet am 30. Juni 2031.
Mit der Entscheidung bekräftigt die Landeshauptstadt ihr Vertrauen in die Leitung des städtischen Musikfestivals durch Jan Vogler und setzt auf Kontinuität für deren weitere Entwicklung.
OB Hilbert: "Die mehrheitliche Entscheidung des Stadtrats bekräftigt die Entwicklung der Dresdner Musikfestspiele zu einem bedeutenden Musikfestival für die Landeshauptstadt, das den kulturellen Sommer in unserer Stadt einläutet. Jan Vogler hat mit vielen Ideen dazu beigetragen, dass die Musikfestspiele einen wichtigen Bereich der Kultur und des Tourismus in Dresden einnehmen."
Vogler hatte die Intendanz für das 1978 gegründete Festival 2009 übernommen, es seitdem erfolgreich ausgebaut und umfangreich Drittmittel eingeworben. "Ihm gelingt es jedes Jahr, großartige Musiker und Superstars nach Dresden zu locken und mit einem vielfältigen Programm das Publikum zu begeistern", so Hilbert.
Es sei "ein Glücksfall", den Vertrag mit ihm für die nächsten Jahre zu verlängern. In denen werde man eine noch engere Zusammenarbeit angehen, sagte Hilbert im Hinblick auf die zum 1. Januar 2027 geplante Gründung des kommunalen Eigenbetriebes, der die Musikfestspiele mit der Dresdner Philharmonie zusammenführen soll. Hilbert: "Ich habe bei Jan Vogler das Gefühl, dass er brennt und denkt, noch nicht alles rausgeholt zu haben."
Vogler zeigt sich dankbar
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke) teilt mit: "Mit Jan Vogler haben wir einen Erfolgsfaktor dafür, die Dresdner Musikfestspiele auch in den nächsten fünf Jahren erfolgreich im internationalen Bewusstsein auf der musikalischen Landkarte zu verankern."
Vogler präge das Festival "als Intendant mit visionärem Weitblick und Programmen, die international Beachtung finden." Dazu gehört das Projekt "The Wagner Cycles" ebenso wie das Format "Cellomania" und "Dresden singt" als großes Open-Air-Fest für alle.
Jan Vogler nach der Vertragsunterzeichnung: "Ich bedanke mich beim Dresdner Stadtrat für das Vertrauen. Dresden hat sich in den letzten Jahren sehr prominent in der internationalen Festivallandschaft etabliert. Ich freue mich darauf, diesen Weg weitere fünf Jahre gestalten zu dürfen."
Seine bisherige Bilanz ist exzellent. 2026 standen nach dem 49. Festivaljahrgang 2,2 Millionen Euro Einnahmen aus Kartenverkäufen zu Buche und eine Auslastung von 96 Prozent. Dieses Niveau zu halten, zumal 2027 die 50. Jubiläums-Festspiele anstehen, ist ein natürliches Ziel. Hat Jan Vogler darüber hinaus einen Masterplan für die künftigen fünf Jahre? "Natürlich", sagt er TAG24.
"Ich sehe erhebliches Wachstumspotenzial. Da ist längst noch kein Ende der Fahnenstange." Auch der Festspiel-Intendant setzt auf die Möglichkeiten des künftigen Eigenbetriebs mit der Dresdner Philharmonie: "Das bietet immense Chancen, die Musikfestspiele und Dresden zum Glühen zu bringen."
Vielleicht aber war es auch seine nunmehr letzte Vertragsverlängerung.
"Perspektivisch sehe ich derzeit nicht über diese fünf Jahre hinaus", so Vogler. "Ich bin dann 67 Jahre alt und in einem klassischen Renteneintrittsalter." Womöglich sei es dann an der Zeit für eine Nachfolge.
Titelfoto: Norbert Neumann

