Nach gescheitertem Juwelen-Rückkauf: Kunst-Chefin im Verteidigungsmodus

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Dresden - Nach dem Rüffel für den gefälschten Juwelenrückkauf (40.000 Euro) in Antwerpen geht die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) in Verteidigungsstellung. Aber der Sächsische Rechnungshof kontert und fordert Konsequenzen.

SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann (58) fuhr damals selbst nach Belgien - auf Bitten der Behörden, wie sie betont. Jetzt steht sie für den Deal unter Beschuss.
SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann (58) fuhr damals selbst nach Belgien - auf Bitten der Behörden, wie sie betont. Jetzt steht sie für den Deal unter Beschuss.  © Thomas Türpe

Das Landgericht Dresden habe im Prozess gegen den Betrüger festgestellt, dass die Privatinitiative – nicht der Freistaat – geschädigt worden sei. Die Annahmen des Rechnungshofs seien unzutreffend, heißt es auf der SKD-Homepage.

Unterzeichnende sind Marion Ackermann (58) und der kaufmännische Direktor der SKD, Dirk Burghardt (62).

Nein, heißt es vom Rechnungshof, der einen Beobachter zum Prozess entsandt hatte. "Das Gericht hat sich in seiner Urteilsbegründung nicht zum Schaden, sondern in der mündlichen Urteilsbegründung zu der Frage geäußert, wer getäuscht wurde."

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Eine schriftliche Begründung liegt zudem noch nicht vor. Außerdem: "Die Generaldirektorin selbst hat sich im Namen der SKD an Privatpersonen gewandt, damit diese Mittel für die Wiedererlangung des Schmuckes zur Verfügung stellen." Von einer Privatinitiative kann also kaum die Rede sein.

Der Bruststern des "Weißer Adler-Ordens" verschwand beim Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe. Der Rückkauf in Antwerpen war nur inszeniert. Inzwischen ist das wertvolle Stück aber wieder da.
Der Bruststern des "Weißer Adler-Ordens" verschwand beim Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe. Der Rückkauf in Antwerpen war nur inszeniert. Inzwischen ist das wertvolle Stück aber wieder da.  © SKD/Jürgen Karpinski
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Marion Ackermann hat Unterstützer

Rechnungshof-Direktorin Isolde Haag (61) kritisiert die Rolle von Kunstchefin Ackermann scharf und fordert Konsequenzen.
Rechnungshof-Direktorin Isolde Haag (61) kritisiert die Rolle von Kunstchefin Ackermann scharf und fordert Konsequenzen.  © Ove Landgraf

"Im Fall der SKD liegen die Fakten auf dem Tisch. Es muss nun eine kritische Auseinandersetzung erfolgen, um aus den begangenen Fehlern zu lernen", sagt Rechnungshofdirektorin Isolde Haag (61).

Ein Untersuchungsausschuss im Landtag wäre denkbar - aber unwahrscheinlich. Denn Marion Ackermann hat eine Lobby.

Auf die Frage, welches Zeugnis Kulturministerin Barbara Klepsch (57, CDU) der SKD-Generaldirektorin für ihre Arbeit ausstellt, schreibt das Ministerium trotz Juwelenraub und geplatztem Antwerpen-Deal: "Ein Gutes."

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Aber nicht nur deshalb wird Marion Ackermann Sachsen erhalten bleiben, auch wenn ihr Vertrag im Herbst ausläuft. In Wien, wo sie sich beworben hatte, entschied man gegen sie.

In Antwerpen sollte der Rückkauf über die Bühne gehen. Aber die Kunstsammlungen saßen einem Betrüger auf, der gefasst und verurteilt wurde. Die vereinbarten 40.000 Euro blieben dagegen verschwunden.
In Antwerpen sollte der Rückkauf über die Bühne gehen. Aber die Kunstsammlungen saßen einem Betrüger auf, der gefasst und verurteilt wurde. Die vereinbarten 40.000 Euro blieben dagegen verschwunden.  © imago/imagebroker

Die Vertragsverhandlungen in Dresden laufen dagegen weiter, wie das Ministerium bestätigte.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, SKD/Jürgen Karpinski

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