Airbus wird über Dresden von zwei Tornado-Kampfjets begleitet: Das hat es damit auf sich!

Dresden - Am Donnerstagnachmittag gegen 14.25 Uhr flog die Bundeswehr mit drei Flugzeugen der Luftwaffe, davon zwei Tornado-Kampfjets, außergewöhnlich tief über Dresden.

Der Airbus A310 MedEvac "Hans Grade" der Luftwaffe.
Der Airbus A310 MedEvac "Hans Grade" der Luftwaffe.  © Max Patzig

Als Zeichen des Dankes entsandte die Bundeswehr ihren Airbus A310 MedEvac, den sie "Hans Grade" taufte, und ferner zwei Tornados für einen kurzen Überflug nach Dresden. Denn die Maschine hebt nun nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck, der Betankung anderer Jets während des Fluges, ab.

Viele Dresdner nutzten die Gelegenheit und fuhren zum Flughafen Dresden International, um die Kampfmaschinen und den ehemaligen Tanker einmal live in Aktion zu sehen.

Wie Anke Lemke, Sprecherin der Elbe Flugzeugwerke, mitteilte, handelt es sich bei dem Airbus um ein Flugzeug, das vor vielen Jahren bei dem Dresdner Unternehmen umgerüstet worden war. "Ab 1998 wurden in Dresden für die Deutsche Luftwaffe vier A310 in zwei Schritten zum modernen 'Multi Role Transport Tanker' umgerüstet", erklärte Lemke.

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Aus den ehemaligen Passagiermaschinen bauten die EFW im ersten Schritt ein Frachtflugzeug und in einem zweiten Schritt folgte der "Einbau entsprechender Geräte und Ausstattungen", um Tanken im Flug zu ermöglichen.

Der Airbus war deshalb vornehmlich damit betraut, die Kampfflugzeuge vom Typ Tornado während des Fluges zu betanken. Bis zu 45 Tonnen Kerosin seiner insgesamt 72 geladenen Tonnen Treibstoff konnte der A310 abgeben.

Ohne Knall, aber mit viel Trubel: Tornados rauschen am Flughafen Dresden vorbei

Zwei dieser Tornado-Kampfflugzeuge begleiteten den Airbus.
Zwei dieser Tornado-Kampfflugzeuge begleiteten den Airbus.  © Max Patzig

Doch "Hans Grade" hatte nicht nur diese Aufgabe. 

Der A310 und die anderen drei Flugzeuge des Typs, die schon eher aus dem Tank-Dienst abgezogen worden waren, können auch "zur medizinischen Evakuierung schwer- und schwerstverletzter Personen über große Distanzen eingesetzt werden", wie Lemke weiß.

Bis zu 11.000 Kilometer kann so ein von den EFW umgerüsteter Airbus A310 MedEvac zurücklegen. 

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Zuletzt war er im Einsatz, um gestrandete Urlauber und Corona-Patienten aus dem Ausland nach Deutschland zu holen. Zumindest eine Ära geht nun zu Ende: nämlich die des Betankens. "Knapp 16 Jahre flogen die A310 der Luftwaffe zahlreiche Luftbetankungseinsätze und versorgten deutsche Tornados und auch Flugzeuge internationaler Allianzen mit mehreren tausend Tonnen Kerosin", erklärte EFW-Sprecherin Lemke weiter.

Doch nun wird auch der letzte Tanker "außer Dienst gestellt und zunächst als Transportflugzeug weiter genutzt". Eine allerletzte Betankung wurde am heutigen Donnerstagnachmittag am Dresdner Flughafen im Tiefflug simuliert.

Airbus A310 nun nur noch für medizinische Einsätze im Dienst

Ein letztes Mal wurden die Tankschläuche herausgelassen.
Ein letztes Mal wurden die Tankschläuche herausgelassen.  © Max Patzig
Zahlreiche Dresdner sahen sich das Spektakel aus nächster Nähe an.
Zahlreiche Dresdner sahen sich das Spektakel aus nächster Nähe an.  © Max Patzig

Video des Begleit-Fluges

Die Flugzeugwerke-Sprecherin nutzte die Gelegenheit, um zu betonen, dass es das keinesfalls mit der Kooperation zwischen EFW und Luftwaffe war. Im Rahmen eines Zehn-Jahres-Vertrages einigten sich beide Seiten über die Wartung und Instandhaltung von bis zu 14 Bundeswehr-Hubschraubern jährlich.

Flugzeug-Fans haben also weiterhin die Gelegenheit, am sonst eher ruhigen Flughafen Dresden International außergewöhnliche Maschinen zu sehen und hören.

Titelfoto: Montage: Max Patzig (2)

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