Asbest-Alarm in Strehlen: Baracken-Brand setzt giftige Fasern frei

Dresden - Der Rauch war kilometerweit zu sehen. Durch den Brand einer alten Baracke am Sonnabend an der Caspar-David-Friedrich-Straße (Strehlen) wurde offenbar Asbest freigesetzt. Bruchstücke verteilten sich massenhaft auch auf den nahen Gehweg.

Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung: Am Sonnabend brannte eine alte Baracke an der Caspar-David-Friedrich-Straße ab.
Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung: Am Sonnabend brannte eine alte Baracke an der Caspar-David-Friedrich-Straße ab.  © Roland Halkasch

Die Feuerwehr alarmierte Bewohner im Umkreis von etwa 1000 Metern, Fenster zu schließen und Lüftungsanlagen abzuschalten. Kameraden löschten den Vollbrand der seit Jahrzehnten leerstehenden Baracke.

Bruchstücke der geborstenen Dach-Wellplatten verteilten sich im Umfeld, auch auf dem Gehweg. "Ich bin am Dienstagmorgen mit meinen Kindern auf dem Fahrrad zur nahen Kita drübergefahren", sagt Johannes Gleinig (39). "Es war ein kleiner GAU."

Der Laboringenieur analysiert selbst regelmäßig Baustoffe, erkannte die Asbest-Gefahr, alarmierte die Behörden.

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In gebundenem, unbeschädigtem Zustand ist Asbest ungefährlich. Zerbrechen die Platten oder deren Bruchstücke jedoch, landen Fasern in der Luft. Diese sind mikroskopisch klein, dringen in die Lunge ein, können Krebs verursachen.

Auch noch nach Jahrzehnten, denn der Körper kann die Fasern nicht abbauen. Dabei gilt: Die Dosis macht das Gift, weshalb jeder Kontakt vermieden werden sollte.

Solche Bruchstücke der Dach-Wellplatten liegen im Umfeld der Brandruine. Die freiliegenden Asbestfasern sind gut sichtbar.
Solche Bruchstücke der Dach-Wellplatten liegen im Umfeld der Brandruine. Die freiliegenden Asbestfasern sind gut sichtbar.  © Eric Münch
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Laboringenieur Johannes Gleinig (39) radelte am Dienstag mit seinen Kindern über den Weg, alarmierte die Behörden. Tags darauf war der Bereich mit Flatterband abgesperrt.
Laboringenieur Johannes Gleinig (39) radelte am Dienstag mit seinen Kindern über den Weg, alarmierte die Behörden. Tags darauf war der Bereich mit Flatterband abgesperrt.  © Eric Münch
Achtung, Asbest-Gefahr: Die Bruchstücke lagen tagelang weiträumig verteilt auch auf dem Gehweg.
Achtung, Asbest-Gefahr: Die Bruchstücke lagen tagelang weiträumig verteilt auch auf dem Gehweg.  © privat
Schadstoffexperte Vincent Steinigen (28) von der Dresdner Firma Obolus Clearance, die auch Asbestbeseitigung anbietet.
Schadstoffexperte Vincent Steinigen (28) von der Dresdner Firma Obolus Clearance, die auch Asbestbeseitigung anbietet.  © privat

Stadt reinigt Gehweg und Straße, doch einige Bruchstücke bleiben

Am Donnerstag sahen sich Rathaus-Kräfte das Ergebnis der Reinigungs-Aktion an. Der Gehweg war wieder begehbar.
Am Donnerstag sahen sich Rathaus-Kräfte das Ergebnis der Reinigungs-Aktion an. Der Gehweg war wieder begehbar.  © privat

TAG24 zeigte dem Dresdner Schadstoffexperten Vincent Steinigen (28, Obolus Clearance) Fotos des verunreinigten Gehwegs. "Das ist Wellasbest. Die Fasern werden durch Abrieb oder Bruch freigesetzt. Etwa wenn Personen darüber radeln oder laufen."

Das war am Dienstag der Fall, aber auch am Mittwoch. Zwar war der Fußweg da mit Flatterband abgesperrt. Jedoch ignorierten das mehrere Passanten, liefen weiter durch die verseuchten Bruchstücke.

Erst am Donnerstag ließ die Stadt Gehweg und Straße säubern. Durch die Reinigung bestehe also nicht mehr die Gefahr, dass sich beim Darüberfahren oder Darüberlaufen Fasern lösen, teilte ein Rathaussprecher zur möglichen Gefährdung mit.

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Nach Sichtung der Brandreste waren Dachplatten festgestellt worden, "bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ältere Eternitplatten (Anm. d. Red.: auch Asbestzement-Wellplatten genannt) handelt". Der betroffene öffentliche Bereich sei nach Einsatzabschluss durch die Feuerwehr abgesperrt worden.

Warum der Gehweg trotzdem so lange zugänglich war, ist nicht bekannt. Trotz Reinigung lagen am Nachmittag noch immer Bruchstücke neben dem Gehweg, teils wehte sie der Wind umher.

Die Stadtverwaltung werde den Grundstückseigentümer auffordern, "die durch den Brand entstandenen Abfälle auf dem Grundstück ordnungsgemäß und umweltgerecht zu entsorgen", so der Rathaussprecher.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch, privat

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