CSD in Dresden: Tausende trotzen Regen und Gerichtsstress
Von André Jahnke
Dresden - Nach juristischen Streitigkeiten haben Tausende Menschen in Dresden den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. "Es verlief alles störungsfrei", berichtete ein Polizeisprecher. Am Nachmittag war noch eine Gegendemonstration aus dem rechten Spektrum angemeldet, aber abseits des CSD - es wurde daher laut Polizei keine direkte Konfrontation erwartet.
Das bunte und laute Treiben fand bei anfangs leicht regnerischem, aber sommerlich warmem Wetter statt. Veranstalter und Polizei sprachen von jeweils Tausenden Teilnehmern.
Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City (USA) von 1969. Er ist ein Festtag und Gedenktag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transpersonen und anderen queeren Menschen, die für Sichtbarmachung und Gleichstellung eintreten.
Im Vorfeld hatte es einen wochenlangen Streit um die Einstufung des Festes gegeben. Die Landesdirektion hatte entschieden, dass lediglich der Umzug eine Versammlung sei, nicht aber das mehrtägige Straßenfest. Dieses wurde als kommerzielle Veranstaltung bewertet.
Der Veranstalter hätte in diesem Fall unter anderem die Kosten für Sicherheit und Reinigung tragen müssen.
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Oberverwaltungsgericht gibt Dresdner CSD recht
Nach einer Beschwerde der Veranstalter stufte dann jedoch das Sächsische Oberverwaltungsgericht das gesamte Fest als Versammlung ein.
Der Versammlungsfreiheit komme ein hoher Stellenwert zu, hieß es zur Begründung. Die Veranstaltung sei auch in den vergangenen Jahren als Versammlung durchgeführt worden.
Der CSD sei nie einfach nur Unterhaltung gewesen, hatte Ronald Zenker, Vorstandssprecher des CSD Dresden, betont. "Pride beginnt mit Protest, mit Sichtbarkeit und mit dem Einsatz für gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe."
In einer Zeit, in der queere Menschen wieder verstärkt Anfeindungen erlebten, bleibe der CSD ein Ort für Demokratie, Solidarität und eine offene Gesellschaft.
Titelfoto: Jürgen Lösel/dpa

