Dresden will jetzt alle Gedenk-Angebote bündeln
Dresden - Dresden bekommt ein neues Gesicht für seine Erinnerungskultur: Eine Illustration zeigt künftig, wie Gedenken in der Stadt heute funktionieren soll. Sie soll vor allem auf der Dresdner Website und auf Plakaten zu sehen sein und die verschiedenen Gedenkangebote bildlich bündeln sowie Erinnerungsarbeiten sichtbarer machen.
Gestaltet wurde die Illustration im vergangenen Jahr von der Dresdner Künstlerin Henrike Terheyden (41).
Zu sehen sind Zeichnungen verschiedenster Menschen, die durch ein "leichtes Band" miteinander verbunden sind.
Die Frauenkirche, die als zentraler Teil der Erinnerungskultur gilt, ist auf dem Kopf stehend und schemenhaft in der Mitte zu erkennen.
"Denn man muss die Sachen auch einfach mal andersherum betrachten. Außerdem sollte es darum gehen, dass nicht Gebäude bedauert werden oder Halt geben sollen, sondern die Menschen untereinander", erklärt die Künstlerin.
Erinnerung soll Teil des Alltags werden
Die Stadt will mit der Darstellung zeigen, dass Erinnerung nicht nur an Jahrestagen wie dem 13. Februar passiert, sondern Teil des Alltags werden sollte.
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke) erklärt: "Wir wollen die Erinnerungskultur breiter aufstellen und sichtbarer machen. Das beginnt nun mit dieser rahmengebenden Bildsprache."
Maria Noth (48) von der Stiftung Frauenkirche ergänzt: "Gemeinsames Erinnern heißt, für Menschenwürde und Demokratie einzustehen und Hass zu widersprechen."
Unter dem Motto "Gemeinsam Haltung zeigen. Jeden Tag." bündelt die Stadt künftig alle Informationen zu Gedenkveranstaltungen oder Bildungsangeboten zentral auf ihrer Website.
Den Auftakt für die stärkere Förderung der Erinnerungskultur bildeten die Anfang der Woche eingeweihten Splitter-Skulpturen im Norden Dresdens.
Titelfoto: Thomas Türpe

