Dresdner Zwinger: Angst vor Australischer Sackschildlaus trübt Rückkehr-Freude

Dresden - Die ersten sind schon da und es werden bis zum Wochenende täglich immer mehr. Die Rede ist von insgesamt 52 Orangenbäumen, die nach fünfjähriger Pause wieder in den Dresdner Zwinger einziehen.

Orangeur Karsten Otto (41, r.) und Zwinger-Chefgärtner Marcus Plötz (29) platzieren die 120 Kilo schweren Kübel entlang der Rasenfläche.  © Thomas Türpe

Ihre Abwesenheit war den Bauarbeiten im Zwingerhof geschuldet. So wurde das Winterquartier der 3,50 Meter großen und rund 25 Jahre alten Pomeranzen im Barockgarten Großsedlitz zu deren "Hauptwohnsitz".

Die Freude über die Rückkehr der Orangen ist deshalb groß. "Der Zwingerhof ist jetzt so wunderschön, wie schon lange nicht mehr. Daran können sich täglich Tausende Gäste aus aller Welt erfreuen", sagt Schlösserland-Chef Christian Striefler (63). August der Starke-Darsteller Stephan Reher (62) kann ihm da nur beipflichten.

Auf den legendären Kurfürsten geht die Einführung der Orangenbäume nördlich der Alpen zurück. 1700 italienische Orangenbäume nannte der Herrscher einst sein Eigen - sie waren Luxus und ein Symbol der Macht.

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"Die Bäume waren im Zwinger und in zehn, elf Holz-Orangerien entlang der heutigen Ostra-Allee untergebracht", weiß Striefler.

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Jeweils vier Orangenbäume werden im Hänger, zwei auf der Ladefläche, von Großsedlitz nach Dresden bugsiert.  © Thomas Türpe
Stephan Reher (62, l.) freut sich in Gestalt August des Starken über die Rückkehr seiner Orangenbäume.  © Thomas Türpe

Orangenbäume im Zwinger benötigen viel Wasser

2017 lebte die Tradition mit dem Kauf von 80 Bitterorangenbäumen in Italien neu auf. "Wir stellen nur 52 von ihnen im Zwinger auf, weil die restlichen gerade in größere Kübel umgetopft wurden - und das bedeutet Stress für die Pflanzen. Sie erholen sich davon im Quartier in Großsedlitz", erklärt Orangeur Karsten Otto (41).

Er weiß genau, was seine Schützlinge benötigen: "Viel Wasser und eine wöchentliche Düngung." Und er kennt die größte Gefahr: einen Befall durch die australische Sackschildlaus. "Deshalb kontrollieren wir die Bäume sehr genau, im Ernstfall rücken wir außerhalb der Öffnungszeiten mit Pflanzenschutzmitteln an."

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Aus den im März geernteten Früchten wurde ein köstlich-herber Aufstrich gekocht. "August's Pomeranzen" gibt es für 6,70 Euro im Museumsshop.  © Thomas Türpe

Jetzt aber können sich Besucher im Juli und August auf blühende und duftende Bäume freuen. Wer ihre Pflege unterstützen will, kann eine Baumpatenschaft über fünf Jahre mit einer Jahresspende von 550 Euro abschließen.

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